Keramiktafeln erinnern an die 21 Toten der Loveparade

In die stählerne Wandplatte an der Loveparade-Gedenkstätte wurden gestern Keramiktafeln mit den Porträts der Todesopfer eingesetzt.
In die stählerne Wandplatte an der Loveparade-Gedenkstätte wurden gestern Keramiktafeln mit den Porträts der Todesopfer eingesetzt.
Foto: Christoph Wojtyczka / Funke Foto Services
Das Loveparade-Unglück in Duisburg jährt sich zum sechsten Mal. Zur Erinnerung an die Opfer werden 21 Keramikplatten in die Gedenktafel eingesetzt.

Duisburg. „Liebe hört niemals auf“: Dieser Satz prangt in sieben verschiedenen Sprachen auf der stählernen Boden- und Wandplatte, die sich zum zentralen Anlaufpunkt der Gedenkstätte für die Opfer und Betroffenen der Loveparade-Katastrophe entwickelt hat. Seit gestern sind die 21 Aussparungen der Wandplatte ausgefüllt. Eine Duisburger Firma befestigte darin Keramiktafeln, auf die ein Porträtfoto und der Name jener jungen Menschen gebrannt wurde, die am 24. Juli 2010 am Fuße der steinernen Rampe im Karl-Lehr-Tunnel den Tod fanden.

Die Idee zu diesen Erinnerungstafeln hatten die Eltern des spanischen Todesopfers Clara Zapater Caminal. Ihr Vorschlag stieß im Kreis der Hinterbliebenen größtenteils auf Zustimmung. Die Angehörigen von fünf der 21 Opfer entschieden sich aber gegen eine solche Keramiktafel. Diese fünf Felder in der Stahlplatte wurden mit weißen Tafeln gefüllt.

Hinterbliebene trauern am sechsten Loveparade-Jahrestag nicht-öffentlich

„Die Eltern haben die Möglichkeit, ihre Entscheidung zu überdenken, dann installieren wir die entsprechenden Porträttafeln nachträglich“, erklärte Birgit Nellen aus dem Vorstand der Stiftung „Duisburg 24.7.2010“. „Wir glauben, dass sie sich das überlegen werden, wenn sie beim Gedenktag am Sonntag hier vor Ort die fertige Arbeit mit eigenen Augen gesehen haben“, so Nellen. Die Keramiktafeln wurden von einer Spezialfirma in der spanischen Hauptstadt Madrid gebrannt. „Wir halten das für eine würdige und angemessene Lösung“, so Nellen.

Zur nicht-öffentlichen Gedenkstunde am Sonntag zwischen 16.30 und 17.30 Uhr werden neben den Hinterbliebenen auch 14 Personen aus der Gruppe der Verletzten und Traumatisierten erwartet, die ihre Teilnahme im Vorfeld bei der Stiftung anmelden mussten. Sie werden dabei sein, wenn zum Zeitpunkt, an dem vor sechs Jahren die Katastrophe ihren Lauf nahm (17 Uhr), eine Schiffsglocke 21 Mal ertönen wird. Für jedes der Todesopfer ein Glockenschlag. Diese Glocke stammt aus dem Haniel-Museum und wird extra zur Gedenkstätte transportiert. Die Hinterbliebenen bilden beim Glockenklang einen Kreis und halten sich an den Händen, um den Verstorbenen zu gedenken. Ab 17.30 Uhr ist die Gedenkstätte am Sonntag dann für jedermann geöffnet. Dort steigt auch ab 21 Uhr die „Nacht der 1000 Lichter“.

Tags zuvor am Samstag gibt es für die Angehörigen einen Trauergottesdienst in der Salvatorkirche. Dieser ist ebenfalls nicht-öffentlich.

 
 

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