Keine Vorurteile schüren

Annette Kalscheur
Foto: Tanja Pickartz
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Duisburg. Auf den offenen Brief des Vereins Zukunftsstadtteil zu den „unhaltbaren Zuständen“ in Hochfeld (die WAZ berichtete) gibt es weitere Reaktionen.

Die Evangelische Gemeinde Hochfeld erklärt, dass sie eine „Verschlechterung der Situation im Stadtteil“ und dringenden Handlungsbedarf sieht. „In dem Brief sehen wir jedoch eine große Gefährdung für den Frieden in unserem Stadtteil und müssen uns in aller Deutlichkeit distanzieren“, betonen Pfarrer Axel Hermann als Vorsitzender des Presbyteriums und Kirchmeister Jörg-Holger Ibsch als Unterzeichner der Stellungnahme.

Insbesondere wehren sie sich dagegen, dass „Beschädigungen an unserer Kirche als Vorwand genommen werden, um weitere Vorurteile zu schüren“. Der Verein Zukunftsstadtteil hatte unter anderem eingeworfene Fensterscheiben an der Pauluskirche beklagt. Kaputte Fenster habe es auch schon früher, vor dem Zuzug von Bulgaren und Rumänen, immer wieder gegeben, so Hermann und Ibsch. Das gelte auch für die Unsauberkeit des Stadtteils, die ein „langjährig bekanntes Problem“ sei und nicht einer bestimmten Gruppe anzulasten. „Wir sehen mit Schrecken, wie viel unreflektierte Zustimmung der offene Brief in rechtsradikalen Kreisen gefunden hat“, heißt es weiter.

Am Wochenende alles voller Müll

Ferner hat ein Leserbrief die WAZ erreicht, der sich auf die Berichterstattung bezieht. Bei einem Ortstermin in Hochfeld lag nicht mal ein Kaugummipapier auf dem Boden. Ganz anders sehe es wochenends aus, beschreibt Michaela Neuhof, die in Hochfeld wohnt. Auf ihrer Fahrt sehe sie Mülltüten neben den Abfalleimern, mit Müll gefüllte Einkaufswagen, die teils umgeworfen werden, Beete und Ecken auf der Brückenstraße, die mit Müllbeuteln und Sperrgut gefüllt seien.

Hinzu kämen Alkohol trinkende Leute am Brückenplatz, herumlungernde Leute am Parkplatz bei Behrens. „Wenn ich abends von der Arbeit nach Hause komme und das hier sehe, wird mir manchmal schlecht vor Ärger.“ Wie tief solle Hochfeld noch sinken, fragt sie.