Kein Kind ohne Schulplatz

Annette Kalscheur
In Auffangklassen werden Kinder und Jugendliche aus Südosteuropa beschult.
In Auffangklassen werden Kinder und Jugendliche aus Südosteuropa beschult.
Foto: WAZ FotoPool
Aktuell können alle Kinder, die aus Südosteuropa nach Duisburg zugewandert sind, beschult werden. Die Warteliste ist abgearbeitet, erklärte Bildungsdezernent Thomas Krützberg im Schulausschuss. Und dann stellte er seinen neuen Bildungsmanager vor.

Duisburg. Mit Applaus honorierte der Schulausschuss die Botschaft von Bildungsdezernent Thomas Krützberg: „Wir haben aktuell keine Warteliste mehr.“ Das heißt, dass derzeit alle schulpflichtigen Kinder aus Südosteuropa in Duisburg beschult werden können. Vor dem Sommer standen fast 300 Kinder auf der Warteliste. Im Schulterschluss mit Land, Bezirksregierung, städtischen Mitarbeitern und Schulamt sei „der unerträgliche Zustand“ abgebaut worden. Keinen Hehl machte Krützberg daraus, dass es dennoch einen Schulabsentismus gebe, gegen den man vorgehen wolle. Und wie sich der weitere Zuzug gestalte, sei ebenso ungewiss, „ab 1.1.2014 kann's noch mal eng werden“.

Ein Lob ging an alle Schulen, inzwischen seien alle Schulformen quer durch die ganze Stadt bereit, Vorbereitungsklassen zu übernehmen. Insgesamt 179 Lehrer stehen für Zuwanderer-Kinder derzeit im Dienst. Diese Tätigkeit sei hoch spannend, berichtete Barbara Laakmann (Linke), „teils sitzen da 15 Kinder und jedes hat einen individuellen Lehrplan“.

Auch die Warteschlange bei den Einschulungs-Untersuchungen im Gesundheitsamt sei verkürzt worden. So schlimm wie Anfang des Jahres, als 1000 angehende I-Dötzchen noch nicht untersucht waren, sei es längst nicht mehr, so Krützberg.

Bildungsnetzwerker

Eine Überraschung bot der Schulausschuss ebenfalls: Thomas Krützberg stellte seinen neuen Bildungsmanager vor - Werner Fuchs, bislang bei der Bezirks-Regierung zuständig für die Duisburger Gymnasien, wechselte Mitte September ins Dezernat des Beigeordneten - und ist künftig Verantwortlicher im Bereich Bildungsregion/Bildungsnetzwerk.

Dass dieses Ressort neu aufgestellt wird, kann man getrost als Watsche für die bisherigen Handelnden - namentlich den Vorgänger-Dezernenten und den Leiter der Bildungsholding verstehen. Denn bereits 2008 unterzeichneten 49 Kommunen mit dem Land Verträge, um Regionale Bildungsnetzwerke zu gründen. Die Bilanz nach fünf Jahren ist in Duisburg jedoch einigermaßen kümmerlich. Das Bildungsbüro sei „kein gestaltender Bildungs-Akteur“, kein Impulsgeber - geschweige denn in der Öffentlichkeit präsent, wie Krützberg zusammenfasste. Immerhin lobt er den „fachlich sehr guten Austausch“ und das Instrumentarium, mit dem die Arbeit nun gelingen könne. Hartmut Pietsch (SPD) sieht diesen Neubeginn als einzigen Weg für eine Kommune wie Duisburg: „Die inhaltliche Verantwortung für die Bildung muss in die Region.“

Umsetzung beschlossen

Gegen eine FDP-Stimme beschloss der Schulausschuss die Umsetzung des Schulkonsenses NRW - gegründet werden sollen (vorbehaltlich der endgültigen Entscheidung im Rat der Stadt) die Sekundarschulen Kalthoffstraße und Am Ziegelkamp, aufgelöst werden die Realschule Süd sowie die Realschule Hamborn II und die Hauptschule Beim Knevelshof.