Kehrtwende nach Chaos-Diskussion um Outlet-Center

Christian Balke
Am Dienstag, den 28.2.2012 fand in der Clauberg-Halle, Kampstr. 23, eine Informationsveranstaltung zum geplanten Outlet-Center in Hamborn statt.
Am Dienstag, den 28.2.2012 fand in der Clauberg-Halle, Kampstr. 23, eine Informationsveranstaltung zum geplanten Outlet-Center in Hamborn statt.
Foto: WAZ-Fotopool
In der Debatte um die Ansiedlung eines Outlet-Centers in Hamborn ist die Stadt darum bemüht, die Wogen zu glätten: Stadtdirektor Greulich will einen „Bürgerbeirat“, der das Verfahren moderiert. Und auf dem Zinkhüttenplatz soll es wohl doch keine Parkplätze für das Center geben.

Duisburg-Hamborn. Laut statt sachlich, aggressiv statt ruhig: Eine Info-Veranstaltung zum Thema Factory-Outlet-Center (FOC) am Dienstagabend in der Clauberghalle lief aus dem Ruder. Unter den 300 Besuchern, die der Einladung von Bezirksbürgermeister Uwe Heider gefolgt waren, befanden sich 15 bis 20 Projekt-Gegner, die nicht reden, sondern schreien, stören und beleidigen wollten.

Podiumsteilnehmer und Moderator – Redakteur Gregor Herberhold – wurden lautstark beschimpft. Roger Sevenheck, Geschäftsführer der Outlet-Planungsgesellschaft German-Development-Group (GDG) und sein Projektleiter Frank Lompa wiesen in ihrem Vortrag darauf hin, dass eines der Hauptargumente der Outlet-Gegner nicht stichhaltig sei: „Anstelle der Zinkhüttenplatz-Siedlung werden keine Parkplätze entstehen.“

Klagegrund fällt wohl weg

Besonders auf die Palme gebracht hatte die Mieter am Zinkhüttenplatz bislang, dass an der Stelle ihrer Wohnungen angeblich Parkplätze für das FOC entstehen sollen. Rechtsanwalt Jürgen Effenberger, Vorstand des Mieterbundes Rhein-Ruhr, hatte darin gegenüber der WAZ sogar einen erfolgsversprechenden Klagegrund gesehen.

Der fällt jetzt wohl weg.

„Wenn das Outlet-Center seine volle Größe erreicht hat, am Ende der zweiten Bauphase“, sagte Frank Lompa von der GDG auf Nachfrage der WAZ, „sind dort definitiv keine Parkplätze vorgesehen, sondern Einzelhandelsflächen.“ Dies sei kürzlich auf einer Strategiesitzung von GDG und dem späteren britischen Betreiber Freeport beschlossen worden. Auf Herberholds Frage an Sevenheck, ob es auch eine kleinere FOC-Variante geben könnte, antwortete der nur: „Nee!“

Derweil will Dr. Peter Greulich aus der Veranstaltung Konsequenzen ziehen und „ein Gremium ins Leben rufen, das den Prozess beratend begleiten soll.“ Dem Stadtdirektor schwebt eine Art „Bürgerbeirat“ zum Projekt vor: „Mit ungefähr 20, 25 Mitgliedern, darunter betroffene Mieter, Kaufleute, Bürger.“ Näheres werde die Öffentlichkeit bald erfahren: „Das packen wir jetzt an. Ich will mir keine Hinterstuben-Politik vorwerfen lassen.“