Karte weist Flüchtlingen den Weg

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Sie nennen sie „Die interaktive Deutschlandkarte zum Mitmappen“ – der in Duisburg sitzende Verband für Interkulturelle Arbeit (Via) ist Anfang November mit ihrer Refugees-Welcome-Map online gegangen. Eine Internet-Karte, die Flüchtlingen, aber auch Menschen mit Migrationshintergrund im Allgemeinen, all das in ihrer Umgebung anzeigen soll, was bei der Integration in ihrer neuen Heimat helfen könnte.

„Wir haben unser Themenangebot breit aufgestellt“, erklärt die Via-Mitarbeiterin Eva Glaum, die verantwortlich für die Welcome-Map ist. „Es sollen nicht nur ehrenamtliche Einrichtung verortet werden, sondern zum Beispiel auch Läden, in denen man Halal-Lebensmittel einkaufen kann, oder Schulen, die Sprachkurse anbieten.“ Noch steckt das Projekt jedoch in den Kinderschuhen.

Deutschlandweit sind bislang etwa 800 Einträge zusammengekommen, in Duisburg sind es 44. Ziel sei es aber, die komplette Struktur von Hilfestellungen für Migranten und Flüchtlinge im Bundesgebiet abzubilden. Wie gut ausgewiesen eine Stadt sein kann, zeigen Glaum und ihre Mitstreiter am Beispiel von Hamburg. „Das ist mit 250 Einträgen im Stadtgebiet unser Referenzraum. Da kann man sehen, wie die Karte gedacht ist.“ Um die Welcome-Map weiter zu füllen, bedarf es zweierlei Dingen: Erstens, dass die Einrichtungen ihre Daten einsenden, die die Redaktion dann einpflegen können. Und zweitens weitere ehrenamtliche Helfer, die sich bei der Arbeit an der Karte beteiligen wollen.

Dabei ginge es nicht nur darum, immer mehr Inhalte zu schaffen, sondern vor allem auch um technische Hilfe. Die Karte ist bislang nur auf Deutsch vorhanden. Ein Problem, dessen sich Glaum bewusst ist. „Wir wollen sie zeitnah auf Englisch, Französisch und Arabisch übersetzen“, sagt sie. Jedoch müssten im ersten Schritt dafür erstmal die technischen Voraussetzungen geschaffen werden. Hier erhofft Glaum sich Unterstützung von hilfsbereiten IT-Fachleuten.

Möglich ist bereits das weitestgehend automatische Einpflegen von Excel-Listen. Via-Geschäftsführer Heinz Soremsky hofft auf überregionale Institute, die fertige Daten haben und diese zur Verfügung stellen. „Für jede Stadt eine Karte wie in Hamburg aufzubauen, können wir alleine nicht leisten, da die Redaktion einfach zu klein ist. Ich hoffe auf mehr Initiative von Einrichtungen und Instituten“, sagt Soremsky.

Unterstützung bekam das Team bereits aus München. Das Rechenzentrum All-Connect sponsert den Server für die Welcome-Map im ersten Jahr. Um das ambitionierte Ziel einer möglichst umfangreichen Karten zu erreichen, hofft der Verband Interkultureller Arbeit jedoch auf noch mehr Engagement von außen.

 
 

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