Karl Pryka ist „Briefträger des Jahres 2010“

Sinan Sat
Karl Pryka übergibt Monika Schwind ihre Post.                                                                    Foto: Stephan Eickershoff
Karl Pryka übergibt Monika Schwind ihre Post. Foto: Stephan Eickershoff
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Duisburg. Karl Pryka wurde von seinen Kollegen zum Briefträger des Jahres gewählt. Seit 1966 ist er im Dienst. „Das ist einfach unser Superpostbote“, sagen seine Kunden in Homberg.

Für die meisten Menschen ist es noch mitten in der Nacht, wenn bei Karl Pryka der Wecker klingelt. Um vier Uhr morgens beginnt der Tag des 64-Jährigen. Immer nach dem selben Muster: Aufstehen, Waschen, Frühstücken, mit dem Hund Gassigehen und dann zur Arbeit. Seit 1966 ist Pryka Postbeamter in Duisburg und trägt seine Briefe jeden Tag aufs Neue bestens gelaunt aus. Seine Liebe zum Beruf und sein sonniges Gemüt haben ihm jetzt den Titel „Briefträgers des Jahres 2010“ beschert.

„Ich weiß nicht genau warum mich meine Kollegen für diese Auszeichnung auserwählt haben“, sagt Karl Pryka und man sieht, dass es ihm unangenehm ist über die Gründe zu spekulieren. Seine Kunden in der Rosenstraße in Homberg hingegen scheinen genau zu wissen, warum ihr Postbote zum Briefträger des Jahres gewählt wurde. „Das ist einfach unser Superpostbote“, sagt eine ältere Dame, die gerade den Müll raus bringt. „Dieser Mann hat einfach immer gute Laune und begrüßt jeden mit einem Lächeln“, erklärt Monika Schwind, während sie ihre Post entgegen nimmt. Ein Mann aus der Nachbarschaft hält mit seinem Auto neben Karl Pryka an, begrüßt ihn und sagt: „Wenn Karl in den Ruhestand geht, dann werde ich Tränen in den Augen haben.“ So viel Lob ist dem gestandenen Briefträger nicht ganz geheuer. Seine Wangen werden rot und sein Blick wendet sich gen Boden. Schnell wirft er die Post in den Briefkasten der Hausnummer 2 und nimmt anschließend lächelnd Kurs auf sein Fahrrad, um die Briefe für die nächsten Häuser aus den Taschen herauszunehmen.

Karl Pryka ist zufrieden mit sich und seiner Arbeit. Er verliert keine Zeit. Trägt im Eilschritt die Post von Haus zu Haus aus und hat dabei stets sein wachsames Auge auf das Fahrrad gerichtet. „Da darf niemand dran. Wenn es um mein Rad und die Briefe der Leute geht bin ich sehr streng. Das Postgeheimnis ist für mich ein hohes Gut“, sagt der 63-Jährige. Rund eintausend Briefe trägt er pro Tag aus. Fünf mal belädt er sein Zweirad bis er seine Schicht beendet hat. Auch nach 44 Jahren bei der Post und Millionen ausgetragener Sendungen freut sich Karl Pryka auf den nächsten Morgen, wenn der Wecker wieder um vier Uhr klingelt.