Kants Gärtner betrachten Fällungen differenziert

Die geplante Baumfällung im Kantpark erhitzt die Gemüter. Nun melden sich Dorothee Zschocke und Susanne Breidenbach, Mitglieder der Gruppe „Kants Garten“ zu Wort. Beide haben sich an den Bürgerforen im Vorfeld beteiligt. In ihrer Stellungnahme schreiben sie: „Herr Endell zitiert zu Recht das in den Bürgerforen formulierte Ziel, den Kantpark für die Zukunft zu ertüchtigen. Herausgearbeitet wurde in diesen Veranstaltungen der Wunsch, dass der Park ein Park bleiben soll. Ohne Baumfällungen wird er das aber kaum bleiben, da er in einigen Teilen verwaldet. Bereits heute ist der Schattendruck unter Bäumen, wo weder Wiese noch anderes wächst, kaum zu übersehen. Der ehemalige Waldgarten ist alles andere als ein Garten, und das hat nicht nur etwas mit mangelnder Pflege zu tun, sondern mit dem Schatten und der Trockenheit unter den vielen, mittlerweile großen Bäumen. Mit den Zahlen zu den angedachten Baumfällungen in dieser Weise undifferenziert zu jonglieren schockiert uns. Und die spontane Kritik der Grünen ist eher befremdlich. Der gesamte Planungsprozess war bislang von differenzierten Betrachtungen begleitet. Das heißt nicht, dass man alle angedachten Baumfällmaßnahmen gut finden muss. Aber eine genaue Prüfung der Argumente sollte gerade für Politiker selbstverständlich sein.

Es werden Bäume gefällt. Und es sind nur wenige darunter, die krank oder vorgeschädigt sind. Was wir heute als Kantpark erleben, ist jedoch auch ein Ergebnis eines nicht vorhandenen Parkpflegewerks. In den frühen Anfangsjahren der Entwicklung des Parks wurden viel zu viele Bäume gepflanzt, denn man wollte Volumen. Das ist nur mit dichten Pflanzungen relativ schnell erreichbar. Ein paar Jahrzehnte geht das gut. Dann jedoch ist Pflege nötig, die in Dekaden die Entnahme von Bäumen berücksichtigt, um den verbleibenden größer werdenden Bäumen den Platz für eine gesunde, schöne, solitäre und prachtvolle Entwicklung zu geben. Dass dies im Kantpark nicht geschehen ist, kann jeder Laie unschwer erkennen. Es gibt praktisch keine solitären prachtvollen Bäume. Auch gibt es Parkbereiche, die wegen der Verschattung höchstens als Durchgangsbereich genutzt werden. Solche Räume werden durch Auslichtung eine neue Nutzbarkeit erfahren.

Abgesehen davon, dass gefällt wird, sind auch Neupflanzungen geplant, was wir für extrem wichtig halten. Denn der Kantpark soll auch in der für uns fernen Zukunft prachtvolle Bäume haben, die die dann überalterten ersetzen.“

 
 

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