Kantpark in Duisburg ist den Anwohnern zu gefährlich

Immer mehr Bürger meiden den Kantpark, weil sie sich fürchten, nachdem sich immer mehr Süchtige dort treffen.
Immer mehr Bürger meiden den Kantpark, weil sie sich fürchten, nachdem sich immer mehr Süchtige dort treffen.
Foto: WAZ FotoPool
Drogen, Alkohol und Schlägereien sind trauriger Alltag im Duisburger Kantpark. Die Anwohner beschweren sich und meiden die Grünfläche in der Innenstadt. Denn trotz Präsenzstreife von Ordnungsamt und Polizei ist es ihnen im Park zu gefährlich.

Duisburg.. Ein Hilferuf erreichte jetzt die NRZ-Redaktion. Eine Anwohnerin des Kantparks schrieb uns und berichtete von ihren Sorgen. Der Park, in dem sie in den vergangenen Jahren immer gerne spazieren ging, ist ihr heute zu gefährlich. Sie meidet die große Grünfläche in der Innenstadt mittlerweile notgedrungen - aus Angst.

Denn, so schreibt die Leserin, die Alkohol- und Obdachlosenszene habe sich dort häuslich niedergelassen. „Dort wird in großen Mengen Alkohol getrunken, aber es werden auch Drogen verkauft und genommen, wie mir mein Enkelsohn erklärt hat“, sagt die Anwohnerin, die ihren Namen aus Angst vor Repressalien nicht in der Zeitung veröffentlichen will.

Es komme fast täglich zu Schlägereien oder zumindest zu sehr lautstarken Auseinandersetzungen. Die Menschen dort würden an Bäume urinieren, große Hunde liefen frei herum und die Besitzer seien nicht in der Lage mäßigend auf die Tiere einzuwirken, weil sie zu betrunken oder im Drogenrausch seien.

"Früher war es etwas besser"

Auch eine Geschäftsfrau in Kantparknähe hat diese Beobachtungen gemacht. „Früher, als hier vor allem Obdachlose saßen, war es etwas besser. Wenn man denen gesagt hat, „schmeißt den Müll nicht in die Gegend“, haben die sich dran gehalten“, so die Unternehmerin gegenüber der NRZ. Mittlerweile, mutmaßt sie, seien viele Drogendealer und Konsumenten aus Hochfeld im Kantpark. Immer wieder landeten Spritzen im Gebüsch. „Und das auch in der Nähe des Kinderspielplatzes“, ärgert sich die Frau: „Die normalen Leute fühlen sich belästigt.“

Sie kommen wieder

Fäkalien in der Grünanlage, Uringestank vor allem bei warmen Wetter, das sei mittlerweile an der Tagesordnung. „Ich sehe ja, dass Mitarbeiter des Ordnungsamtes ab und zu ihre Runden drehen und die Leute ermahnen. Die verschwinden dann auch, kommen aber nach einer halben Stunde wieder“, so die ratlose Geschäftsfrau. Es sei ein Problem, dass man nicht weglügen könne.

Die Stadt will auch gar nichts weglügen. „Wir kennen das Problem“, so Stadtsprecher Peter Hilbrands. Die Präsenzstreife, in der Mitarbeiter des Ordnungsamtes und Polizisten gemeinsam agieren, sei täglich im Park und versuche, größere Personenansammlungen zu unterbinden.

An das städtische Callcenter wenden

Ordnungswidrigkeiten wie unangeleinte Hunde oder Taubenfüttern oder illegale Abfallentsorgung würden immer wieder geahndet. Auch Wildpinkelei und Lärmbelästigung werde geahndet. Die Wirtschaftsbetriebe würden den Park täglich reinigen. „Wir wissen um die Umstände und wollen die hohe Präsenz aufrecht erhalten“, so Hilbrands. Er rät allerdings den Bürgern, sich sofort an das städtische Callcenter (Telefon 0203/94 000) zu wenden, wenn ihnen etwas auffällt. „Wir wollen solchen Vorgängen sofort nachgehen.“ Denn der Kantpark ist nicht nur irgendein Park, sondern ein Aushängeschild von Duisburg.

 
 

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