Jazz-Reise zwischen den Kulturen

Wenn ein junger Pianist Schüler des berühmten Virtuosen Danilo Perez ist, dann hat er es schon weit gebracht. Zu jenen Auserwählten zählt auch der 1982 in Israel geborene Omer Klein, der jetzt im Trio-Konzert im Jüdischen Gemeindezentrum zu erleben war. Womit der kulturell ehrgeizige Veranstalter seine Reihe mit prominenten jüdischen Musikern auf hohem Niveau fortsetzte.

Der zeitweise in New York und inzwischen in Deutschland lebende Omer Klein, der hier am Innenhafen sein brandneues und bereits fünftes Album „To he Unknown“ vorstellte, gilt als Spezialist für melodische Motive, die er mit Klängen seiner orientalischen Heimat bereichert.

Der akademisch und technisch meisterhaft geschulte Künstler, der immer noch jugendlich wirkt, bewies auch ohne Rhythmusgruppe sein außergewöhnliches Können. Omer Klein eröffnete den Abend mit mehreren Balladen, deren Themen stets eingängig und nachvollziehbar sind, um diese dann mit hohem Tempo rhythmisch aufzubrechen und um schließlich den melodiösen Spannungsbogen der Kompositionen mühelos wiederzufinden.

Stilistisch lässt sich der kühne Klangkünstler dabei auch von Einflüssen außerhalb des Modern Jazz inspirieren, so auch von der traditionellen Musik seiner orientalischen Kultur. In Songs wie „Jemen“ oder „Nigun“ ist Omer Klein ein lockerer Geschichtenerzähler, der spieltechnisch über die Eleganz eines Bill Evans, aber auch über die Wucht eines Thelonious Monk verfügt. Dabei jongliert er gekonnt und ideenreich mit Elementen des Ragtime und des schwarzen Blues. Zwischen Klassik, Jazz und Improvisation beeindruckt der enorm wandlungsfähige Pianist insgesamt mit enormer Vielseitigkeit und einigen furiosen musikalischen Streichen.

Das konzentriert lauschende Publikum bedankte sich bei seinem besonderen Gast, der sicherlich auch ein Kandidat für Konzerte beim Klavier-Festival Ruhr wäre, mit reichlich Applaus.

 
 

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