Internet-Petition für Schließung des Delfinariums Duisburg

Delfine werden in Deutschland noch in den Zoos in Duisburg und Nürnberg gehalten.
Delfine werden in Deutschland noch in den Zoos in Duisburg und Nürnberg gehalten.
Foto: Stephan Eickershoff / Funke Foto Services
Auf chance.org haben schon über 34.000 Nutzer für eine Schließung des Delfinariums im Zoo Duisburg unterschrieben. Dem jüngsten Nachwuchs geht es gut.

Duisburg. Bei dem jüngsten Nachwuchs im Delfinarium des Duisburger Zoos handelt es sich um ein Männchen. Wie der Tierpark am Donnerstag in einer Pressemitteilung erklärt, kümmere sich die erfahrene Delfinmutter Pepina „vorbildlich“ um ihren Kleinen. Der hat inzwischen schon mächtig an Gewicht zugelegt. Bei seiner Geburt wog das Männchen 17,7 Kilogramm, 20 Tage später sind es 28,1 Kilogramm.

Allerdings ist der Nachwuchs noch nicht über die Wochen unmittelbar nach der Geburt hinweg, in denen das Immunsystem der Tiere sich erst ganz langsam entwickelt. Dabei gelte es, "kein Risiko einzugehen", sagt Zoodirektor Achim Winkler. Gerade geborene Delfine hätten einfach "null Abwehrkräfte". Immerhin ist inzwischen die "ganz kritische Phase", die ersten 14 Tage, aber überstanden. Der Zoo blicke nun "mit mehr Zuversicht in die Zukunft". Mutter und und Jungtier werden aber von den Zoo-Mitarbeitern weiter rund um die Uhr bewacht. Noch mehrere Wochen lang leben sie von den anderen Delfinen getrennt. Danach sollen die beiden schrittweise an die Gruppe gewöhnt werden.

Debbie erhält einen Spielgefährten im Delfinarium

Wenn Pepina und ihr Sohn zu den anderen Tieren stoßen, werde sich nicht zuletzt das junge Delfinmädchen Debbie freuen, das am Heiligabend 2015 am Kaiserberg geboren wurde und sich seitdem „prächtig“ entwickelt hat, so der Zoo. Sie erhalte nun einen Spielgefährten in ähnlichem Alter. Weshalb ein ebenfalls im Dezember vergangenen Jahres geborenes Delfinbaby nach wenigen Tagen verstorben ist, wird übrigens wohl für immer ungeklärt bleiben.

Obwohl das Tier nach seinem plötzlichen Ableben laut Winkler durch "international renommierte Fachleute" untersucht worden ist, habe sich eine eindeutige Todesursache wie etwa bei einem plötzlichen Kindstod nicht feststellen lassen. Deshalb ließe sich auch nicht sagen, wie der Zoo in ähnlich gelagerten Fällen entgegenwirken könne.

Internetpetition für die Schließung des Delfinariums

Weniger erfreut sein dürfte der Zoo in diesen Tagen über eine Internet-Petition, die auf der Seite chance.org veröffentlicht worden ist und in der zur Schließung des Delfinariums aufgerufen wird. Initiiert hat sie Fabian Neubüser, ein 17-jähriger Nachwuchs-Tierschützer, der laut seinem Twitter-Profil aus Fröndenberg im Kreis Unna kommt. „Delfine gehören in ihren natürlichen Lebensraum und nicht dem extremen Stress und Qualen durch jubelnde und schreiende Zuschauer sowie gefrorenen Fisch und kleinen Becken, ausgesetzt“, heißt es in der Petition, die an Zoodirektor Achim Winkler und den kaufmännischen Vorstand Detlef Hamacher gerichtet ist. Über 34.000 Nutzer (Stand Donnerstagnachmittag) haben auf chance.org schon mit ihrem Namen unterschrieben. Sie eint diese Aussage: „Zeigen wir den Delfinarien, dass sie nicht mehr erwünscht sind!“

Direktor Winkler, dessen Zoo sich immer wieder mit Gegnern der Delfin-Haltung auseinandersetzen muss und der erst in der vergangenen Woche ein mit 100.000 Euro dotiertes Angebot der Tierrechts-Organisation Peta für die Schließung des Delfinariums erhalten hatte, kann auch über diese Petition nur müde lächeln. Zu einfach sei es, sich im Internet für oder gegen eine Sache auszusprechen. "Unsere Petition sind die Besucher und das sind eine Million pro Jahr", sagt Winkler, "die stimmen mit den Füßen ab."

 
 

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