Insolvenzverfahren für Duisburg Tubes Production eröffnet

An der Wörthstraße in Hochfeld liegt das Firmengelände, wo Duisburg Tubes Production Rohre für höchste technische Ansprüche herstellt. Nun sollen neue Kundenkreise erschlossen werden.
An der Wörthstraße in Hochfeld liegt das Firmengelände, wo Duisburg Tubes Production Rohre für höchste technische Ansprüche herstellt. Nun sollen neue Kundenkreise erschlossen werden.
Foto: FUNKE Foto Services
Amtsgericht eröffnete ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung für Duisburg Tubes Production. 48 Mitarbeiter mussten gehen, 100 produzieren weiter.

Duisburg.. 48 Mitarbeitern wurde Ende Juni gekündigt, das Amtsgericht hat für das Unternehmen Duisburg Tubes Production in Hochfeld das Insolvenzverfahren eröffnet wegen drohender Zahlungsunfähigkeit. Grund für die wirtschaftlichen Schwierigkeiten sind vor allem „veränderte Marktbedingungen aufgrund des Kernkraftausstiegs“, teilten das Unternehmen mit. Eingeschaltet wurde die Sanierungsexperten der deutschlandweit tätigen Kanzlei Pluta, die gemeinsam mit dem Vorstand das Unternehmen wieder fit für die Zukunft machen wollen.

Auch das Amtsgericht hat offenbar Chancen für eine erfolgreiche Neuausrichtung gesehen und Eigenverwaltung angeordnet. Das heißt, der Vorstand führt das Unternehmen weiter unter Aufsicht eines Sachwalters. Als solchen hat das Gericht den Düsseldorfer Anwalt Martin Lambrecht berufen.

Duisburg Tubes entwickelt und produziert seit über 50 Jahren Präzisionsrohre für höchste Ansprüche, wie sie vor allem in der Nuklearindustrie benötigt wurden, aber auch für andere Spezialanwendungen. Ziel sei es nun, andere Branchen für die nahtlosen Rohre aus Zirkonium, Titan und Nickelbasislegierungen zu erschließen wie Apparatebau, Luftfahrt und Automobilproduktion. Man habe bereits neue Kunden gewinnen können, erklärte Unternehmenssprecher Patrick Sutter: „Das ist ein positives Zeichen.“ Bestehende und neue Aufträge würden für sämtliche Kunden weiter ausgeführt. Neben „unvermeidlichen Kosteneinsparungen“ werde Duisburg Tubes sein Geschäftsmodell an die „veränderten Rahmenbedingungen anpassen“. Ziel aller Beteiligten sei es, „dem Unternehmen eine sichere Zukunftsperspektive zu ermöglichen“.

Bewegte Unternehmensgeschichte

Für die 48 gekündigten Mitarbeiter habe man „einvernehmlich“ mit Betriebsrat und Gewerkschaft IG BCE einen Sozialplan erarbeitet. Zudem gelte für die betroffenen Mitarbeiter noch ein zweiter Sozialplan, der im vergangenen Jahr verhandelt worden sei. Das Ergebnis kann sich offenbar sehen lassen. Hans Reitzig von der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie sprach von „bestmöglichen“ Bedingungen für das Ausscheiden der 48 Beschäftigten. Auch sei es in den Verhandlungen gelungen, die Anzahl der Kündigungen deutlich zu verringern. „Der Betriebsrat hat alles versucht, so viele Arbeitsplätze wie möglich zu retten, er hat gute Arbeit geleistet“, lobt der Gewerkschafter, sagt aber auch: „Der Kampf geht weiter.“

Duisburg Tubes geht zurück auf die 1930 gegründeten Vereinigten Deutschen Metallwerke. Aus einer Fusion mit KWU entstand die Nuklearrohrgesellschaft, die später zur die Siemens-Tochter Advanced Nuclear Fuels kam, um dann in französischen Besitz überzugehen. Seit 2014 firmiert der Standort unter Duisburg Tubes Production.

 
 

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