Infotafeln am Ufer der Ruhr können Leben retten

Hafsa, Fatima, Esin, Ilhan, Noah und Halim mit Projektleiter Dirk Jungbluth sowie Oliver Tittmann und Nils Radtke von der Feuerwehr bei der Vorstellung des Projekts in der Feuerwache.
Hafsa, Fatima, Esin, Ilhan, Noah und Halim mit Projektleiter Dirk Jungbluth sowie Oliver Tittmann und Nils Radtke von der Feuerwehr bei der Vorstellung des Projekts in der Feuerwache.
Foto: Stephan Eickershoff
  • Schüler der Realschule Hamborn II organisieren die Aufstellung von Tafeln der RuSIS-Initiative
  • Die Nummerncode auf den Tafeln hilft Rettern, Unfallorte genau zu lokalisieren
  • Im Projekt der Kambium-Kids fanden die Hamborner Jugendlichen auch die Sponsoren

Duisburg..  Ein Infarkt auf einer Sitzbank an der Ruhr, ein Sturz mit dem Fahrrad auf dem Leinpfad – das passiert immer wieder. Ersthelfer wählen zwar den Notruf, können aber den Rettern ihren genauen Standort nicht beschreiben. Das verhindern Rettungstafeln der Initiative RuSIS (Ruhr-Standort Informationssystem). Sechs Jugendliche der Realschule Hamborn II sorgen nun in einem Projekt der Mülheimer Qualifizierungswerkstatt Kambium-Kids dafür, dass die Tafeln bald auch am Duisburger Ruhrufer und im Hafen stehen.

„Links sehe ich drei Bäume, rechts eine Straße“, hört die Leitstelle der Feuerwehr immer wieder, berichtet Branddirektor Oliver Tittmann. „Für uns ist das sehr hilfreich, deshalb haben wir sofort zugesagt“, lobt Feuerwehrmann Nils Radtke das vierstellige Nummernsystem auf den Tafeln. Die ersten beiden Ziffern bezeichnen den Flusskilometer, die Kombinationen 00 und 01 die Uferseiten. „Das gibt die Möglichkeit, den Standort genau zu beschreiben und verkürzt die Rettungszeit für die anfahrenden Kräfte“, erklärt Nils Radtke, bei der Feuerwehr Ansprechpartner für die Schüler der Klasse 8.

Die Arbeiten am Projekt laufen seit September

Die treffen sich seit September an jedem Donnerstag, um ihr Projekt voranzutreiben. „Die Schilder stehen bereits bis an die Stadtgrenze Mülheim/Duisburg, wir suchen nun die Standorte bis zur Ruhrmündung aus“, erklärt Schülerin Hafsa.

Auch auf dem Pontwert wird es die 40x70 Zentimeter großen Info-Tafeln geben für auswärtige Schiffer, die dort ankern, an der Mercatorinsel für den neuen Schiffsanleger und am Rhein-Herne-Kanal, dessen Ufer ebenfalls beliebtes Ziel für Spaziergänger ist, kündigt Dirk Jungbluth, Projektleiter der Kambium-Kids an.

Es geht um 25 Schilder plus Halterungen und Beton

Hauptaufgabe der Schüler ist die Koordination des Projekts. „Sie übernehmen die komplette Kommunikation, auch mit den Sponsoren“, erläutert Jungbluth.

Dazu gehört auch die Ansprache der Sponsoren, die 25 Schilder plus Halterungen und Beton finanzieren. Thyssen-Krupp Steel, Volksbank Rhein-Ruhr und Duisport haben gern zugesagt. „Was ihr macht ist beeindruckend“, lobt Hafensprecher Wilhelm Klümper „ein besonderes Zeichen von Zivilcourage.“ Sinn machten die Schilder für den Hafen, der nicht nur durch die Poseidon-Statue in Ruhrort eine zunehmende Besucherzahl registriert.

Die Vermittlung von Schlüssel-Qualifikationen für den späteren Beruf verspricht sich Dirk Jungbluth vom Projekt. „Guter Auftritt, Freundlichkeit, Pünktlichkeit, das ist wichtig“, sagt der Tischlermeister. Sein Augenmerk gilt leistungsbereiten Schülern. „Für Benachteiligte und Hochbegabte wird schon genug getan.“

 
 

EURE FAVORITEN