Im Zoo Duisburg läuft nun Tigerbaby-Kino auf den Monitoren

Im Zoo in Duisburg wurden vor 14 Tagen zwei kleine Sibirische Tiger geboren. Vater El-Roi und Mutter Dasha sind erst im April in ihr neues Gehege am Kaiserberg eingezogen. Jetzt können Besucher den Nachwuchs auf ersten Bildern, die über eine Videokamera, die vor der Wurfbox installiert wurde, auf einen Bildschirm im Sibirienhaus übertragen werden, bestaunen.
Im Zoo in Duisburg wurden vor 14 Tagen zwei kleine Sibirische Tiger geboren. Vater El-Roi und Mutter Dasha sind erst im April in ihr neues Gehege am Kaiserberg eingezogen. Jetzt können Besucher den Nachwuchs auf ersten Bildern, die über eine Videokamera, die vor der Wurfbox installiert wurde, auf einen Bildschirm im Sibirienhaus übertragen werden, bestaunen.
Foto: FUNKE Foto Services
Zwillingsnachwuchs der großen Raubkatzen ist derzeit nur über eine Kamera vor der Wurfbox zu sehen. In gut zwei Wochen vielleicht schon live im Zoo.

Duisburg. Da schau her, die Dasha! Kaum war die gestreifte Großkatze aus Dänemark im Zoo angekommen, hat sie sich umgehend den feschesten Tiger gekrallt, der dort rumlief. Gut, El-Roi war auch der einzige, aber angesichts des Ergebnisses dieser Begegnung ist das auch nicht weiter von Belang.

Fakt ist: Dasha hat vor gut zwei Wochen ein Zwillingspärchen zur Welt gebracht. Dass der Tierpark am Kaiserberg, der seinen letzten Tigernachwuchs 2011 feiern konnte, diese freudige Nachricht erst jetzt verkündet, ist Dashas Niederkunft geschuldet. Schließlich ist es ihre Erstlingsgeburt. „Wir haben ganz einfach nichts gemacht, um nichts verkehrt zu machen“, begründet Revierpfleger Hartmut Bolz, warum der Zoo das erfreuliche Ereignis zunächst unter der Decke gehalten hat.

„Wir mussten erst mal sehen, wie Dasha auf diese neue Situation reagiert.“ Zuviel Aufregung hätte die kleinen Tiger auch in tödliche Gefahr bringen können. Sei es, weil Dasha die Wonneproppen zu ihren Spielsachen sortiert, mit denen sie nicht ganz so sanft umgeht; sei es, weil sie die Winzlinge nicht als Nachwuchs wahrnimmt und sich unbedacht drauflegt.

Die Pfleger und auch Zoo-Chef Achim Winkler sind entspannt

Sie hätte auch zu wenig Milch haben können, oder die Zitzen hätte sich entzünden können, beides Gründe für die hohe Sterblichkeit von Jungtieren in freier Wildbahn. Hätte, hätte – zum Glück zeigt sich die vierjährige Dasha als Bilderbuch-Tigermutter. Lediglich als sie die Kamera in ihrer Wurfbox bemerkte, hat sie sich auf die Hinterbeine gestellt und den Fremdkörper näher inspiziert. Wirklich aus der Ruhe gebracht, hat sie das seltsame Teil aber nicht.

Inzwischen sind die Pfleger und auch Zoo-Chef Achim Winkler so entspannt wie das junge Tigerweibchen. „Dasha ist ‘ne Schmusekatze“, sagt Winkler. „Sie ist extrem relaxt. Deshalb haben wir keine Sorgen mehr, dass sie sich nicht richtig um ihren Nachwuchs kümmert. Sie macht das vorbildlich.“ Und Bolz ergänzt: „ Wir haben die Kleinen zwei Wochen lang jeden Tag fotografiert, um zu sehen, wie sich entwickeln. Es geht ihnen gut. Sie sind rund, gesund und knubbelig.“

Was zum raschen Zuchterfolg geführt hat

Wie Pfleger Bolz betont, gibt es auch keinen Zweifel daran, dass El-Roi der Vater ist, und Dasha ihm keine Kuckucks-Tiger ins Stroh gelegt hat. „Als sie im Februar nach Duisburg kam, war sie rollig. Das hat zu diesem raschen Zuchterfolg geführt“, erklärt Bolz. Allerdings hätten die Pfleger erst später gemerkt, dass die Tigerin trächtig ist. „Weil die Dänen ihre Raubtiere mit ganzen Tierkörpern füttern, hatte Dasha ‘ne ganz schöne Plauze“, grinst Bolz.

Derzeit flimmert Dasha mit ihrem Nachwuchs nur über den Bildschirm, der einen Blick in die Gasse vor der Wurfbox erlaubt. Der Zoo hofft, dass die Mini-Tiger aber in gut zwei Wochen live auf der Außenanlage zu erleben sind.