Im Wald, da sind die Räuber...

Naturpädagogin Anja Folgnandt bläst ins Horn und trommelt damit die Räuberbande zusammen.
Naturpädagogin Anja Folgnandt bläst ins Horn und trommelt damit die Räuberbande zusammen.
Foto: WAZ FotoPool

Duisburg..  Von der Sportanlage bei TuRa 88 an der Kammerstraße geht es nach einigen Metern in den Wald, etwas mehr als 15 Minuten lang über teils verschlungene Pfade, bis ein Horn zu hören ist. Naturpädagogin Anja Folgnandt (44) trommelt damit ihre Räuberbande im selbst errichten Lager zusammen. Achtung, Fremde in Sicht! Die führen in diesem Fall aber nur Gutes im Schilde und wollen einfach mehr über das Räuberleben der 15 Kinder im Alter zwischen sechs und zehn Jahren erfahren.

Eigene Kluftaus Leinen

Der Duisburger Verein Naturaktiv ermöglicht den Kindern dieses besondere Erlebnis in der zweiten Herbstferienwoche. Seit vergangenen Montag tummeln sie sich im Wald – unter Anleitung der Vereinsvorsitzenden Anja Folgnandt und Dagmar Potten, einer weiteren Naturpädagogin und in Abstimmung mit Förster Stefan Jeschke.

Die lustige Lena, die aufgeregte Anne oder der neugierige Nils, wie sich die kleinen Räuber selbst nennen, haben den Platz für ihr Lager mit Hilfe einer Schatzkarte gefunden und dann erst einmal jede Menge Baumstämme für eine eigene und mittlerweile sehr imposante Behausung angeschleppt. Aus Leinen haben sie sich eine eigene Kluft gefertigt, einen Räuberrat gegründet und Räuberregeln aufgestellt.

Bei ihren zahlreichen Streifzügen haben die Kinder viel über den Wald gelernt, zum Beispiel über Überlebensstrategien der Tiere, Gerüche, Früchte und auch über Pilze, die der Nachwuchs frisch gesammelt hat.

Gerade schnitzen die Kids aber kleine Messer und Speere aus Holz, gestalten Weidenkränze oder basteln kleine Igel mit Kastanien oder Mobiles. Das alles wollen sie an den Haustüren einer Siedlung am Waldesrand zum Tausch gegen Nahrungsmittel anbieten. Schließlich haben auch kleine Räuber großen Hunger.

Pfeile und Bogen wollen die kleinen Räuber auch noch anfertigen. „Dazu nehmen wir Haselnussholz, weil man das gut biegen kann“, weiß Nils (10). Danach soll es auf die Jagd gehen. Gezielt wird dann auf Tierbilder auf Papier, die im Wald verteilt werden.

„Ich mag den Wald, weil man hier ganz viel entdecken kann“, sagt Carla (7), die zum ersten Mal an einer Ferienfreizeit in der Natur teilnimmt, die heute mit einem großen Räuberfest zu Ende geht. Vorher haben die Kinder noch jede Menge im Wald zu entdecken.

Jetzt aber bläst Anja Folgnandt erst einmal wieder in ihr Horn. Die kleinen Räuber strömen herbei, Mittagessen ist angesagt. Zeit für die Fremden, das Lager wieder zu verlassen.

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