Im Problemhaus leben weniger Menschen als erwartet

In den überwiegend von Armutsflüchtlingen bewohnten Häusern in der Straße In den Peschen und an der Beguinenstraße wohnen weniger Menschen als bisher angenommen. Mitarbeiter des Ordnungsamts haben dort gestern Morgen eine „melderechtliche Überprüfungsaktion“ durchgeführt. Unterstützt wurden sie dabei von zahlreichen Polizisten und sechs Dolmetschern.

Gegen 7.15 Uhr begann die Aktion. Die Beteiligten arbeiteten sich von Haustür zu Haustür vor und prüften, wie viele Menschen sich in den einzelnen Wohnungen aufhalten. Die Mitarbeiter des Ordnungsamts zählten bei der Aktion 411 Bewohner. Nur 337 von ihnen waren auch dort gemeldet. Von den offiziell 750 in beiden Häusern gemeldeten Personen waren 339 nicht vor Ort.

Der Besitzer des Häuserblocks stand in den Vorwochen wiederholt in der Kritik, auch weil vermutet wurde, dass in dem Hochhaus deutlich mehr Menschen leben als gemeldet. Überwiegend ruhig sei die Aktion verlaufen. Die Bewohner der überprüften Häuser hätten sich kooperativ gezeigt. In allen besuchten Wohnungen wurde den Ordnungsamt-Mitarbeitern freiwillig Zutritt gewährt. 15 der insgesamt 79 Wohnungen konnten nicht überprüft werden, da niemand öffnete.

Im Zuge der Aktion ist ein Mann in Gewahrsam genommen worden. Er war zur Abschiebung ausgeschrieben und wurde von der Polizei gesucht. Ein Jugendlicher, von dessen Eltern jede Spur fehlte, wurde ans Jugendamt übergeben.

„Ob wir in der Zukunft eine derartige Überprüfung wiederholen werden, ist noch offen“, sagt Stadtsprecher Hilbrands der WAZ. „Es ging uns zunächst darum, dass wir uns einen Überblick verschaffen und Präsenz zeigen.“ Auch habe man ein Zeichen setzen wollen: für die Bewohner des Häuserblocks, aber auch für die Anwohner. Die CDU sieht sich durch die Aktion in ihren Forderungen bestätigt. Sie komme nur zu spät, so Fraktionschef Enzweiler.. Auch hätten Zoll und Gesundheitsamt vor Ort sein müssen.

 
 

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