Im Liegen fährt’s sich in Duisburg bequem

Johannes Bansner
Die Freunde des Liegerads feiern das 20-jährige Bestehen ihres regelmäßigen Treffs. Uwe Schnell (r.) hat den Treff ins Leben gerufen.
Die Freunde des Liegerads feiern das 20-jährige Bestehen ihres regelmäßigen Treffs. Uwe Schnell (r.) hat den Treff ins Leben gerufen.
Foto: Lars Heidrich / FUNKE Foto Services
Seit zwei Jahrzehnten gibt es in Duisburg den Liegeradtreff, ein Ort zum Fachsimpeln. Die Touren führen oft zum Niederrhein.

Duisburg. Zwei Räder, eine Kette, Pedalen und ein Lenkrad, genau wie bei einem herkömmlichen Fahrrad – bloß die Radler liegen beim Strampeln. Viele schauen den Rädern hinterher, auf denen die Fahrer in Sofaposition in Windeseile bis zu 50 Stundenkilometer erreichen.

Liegeräder sind immer noch eine Rarität im Straßenverkehr, regelmäßig trifft der Stadtgänger aber eine Gruppe der liegenden Pedalritter am Lebenretter- Brunnen in der Innenstadt. Dort versammelt sich seit 20 Jahren der Liegeradtreff Duisburg, ins Leben gerufen durch Uwe Schnell. Der 59-jährige Duisburger begann 1993 mit dem Liegeradsport und fuhr Touren bis nach Den Haag oder an der Elbe entlang, von Dresden bis zur Nordsee. „Als ich damals mit meinem normalen Radvon einem Liegeradfahrer abgehängt wurde, wollte ich auch eins – auch weil es so gemütlich aussah“, erklärt Schnell seinen Beweggrund, mit dem exotischen Zweirad in die Pedale zu treten.

Lange Touren bis zum Meer sind aber eher unüblich. „Wir sind meistens um die zehn Leute, erst unterhalten wir uns über die Räder und Technik, dann fahren wir los“, führt Schnell weiter aus. Wie lange eine Tour dauert, sei abhängig vom Trainingsstand der Teilnehmer. Oftmals geht’s den Niederrhein entlang – Einkehr zwischendurch inklusive.

Gleichgewichtsprobleme am Anfang

Zum allerersten Mal ist Dirk Hermann beim Treff dabei. Er fährt seit einem knappen Jahr Liegerad und kommt extra aus Oberhausen zum Treff. „Am Anfang bin ich mehrfach gestürzt und musste mit dem Gleichgewicht kämpfen, inzwischen bin ich aber sehr sicher beim Fahren“, sagt er und ergänzt: „Ich hatte keinen Bock mehr auf ein normales Fahrrad.“ Uwe Schnell freut sich über den Neuankömmling und berichtet davon, dass „zu unseren Treffs auch Neulinge kommen, die einfach ein Liegerad ausprobieren oder sich mehr darüber informieren wollen“. Wenn man aber erst mal sicher ist beim Fahren und Lenken, dann sei es sehr gemütlich und rückenschonend.

Eine Menge Erfahrung hat auch Jörg Wichmann, der seit 1992 in bequemer Lage durch die Lande fährt. „Ich fahr’ nur noch mit dem Liegerad. Meine längste Tour ging von Basel nach Duisburg. Ich komme regelmäßig zu den Treffen.“ Organisator Schnell: „Durch den geringeren Windwiderstand können Profiradler bis zu 100 km/h schnell werden, aber wir fahren heute gemütlich und feiern 20 Jahre Liegeradtreff“.

Infos beim Treff über Preise und Ausstattung

1995 startete der Treff. Seitdem findet er jeden zweiten Sonntag in einem geraden Monat um 11 Uhr statt. Auch „normale“ Radfahrer können zu den Treffs kommen, mitfahren und sich austauschen. Uwe Schnell informiert gerne über Preise, Ausstattung, die vorteilhafteste Körperposition beim Liegeradfahren und Hersteller. Ab 1000 Euro kostet laut Schnell ein Liegerad und wiegt meistens zwischen 10 und 20 Kilogramm. Die gesunde Körperhaltung fördere den Fahrkomfort. Wer sich für das Thema und den Treff interessiert, findet weitere Informationen und Kontaktdaten im Internet unter www.liegeradtreff-duisburg.de.