Ideen für das Friemersheimer Zentrum

Die meisten Autos sind verschwunden. Dafür stehen am Platz vor der ehemaligen Geestschule nun Pflanzenkübel. Doch das soll nur ein Anfang sein. Die Friemersheimer wollen ihr Zentrum neu gestalten. Eine Ideenwerkstatt, der der Spar- und Bauverein Friemersheim, das Bündnis für Familie, sechs Rheinhauser Bezirksvertreter, zwei Ratsherren sowie Bezirksbürgermeister Winfried Boeckhorst angehören, hat sich im Vorjahr formiert.

Das Gremium verfolgt zwei große Ziele: Kurzfristig soll aus dem maroden Parkplatz ein Treffpunkt für alle Bürger werden. Auf lange Sicht steht eine Umgestaltung des Markplatzes auf der Agenda. DietmarVornweg ist glücklich darüber, dass es zumindest im Umfeld der ehemaligen Geestschule voran geht. Ende April setzte er seine Unterschrift unter einen Pachtvertrag. Der Bau- und Sparverein, dem Vornweg vorsteht, erwarb den Platz. Dafür erhielt das Immobilien-Management Duisburg einen kleinen symbolischen Preis. Der neue Pächter führte sofort ein Parkverbot ein. Nur wer im ehemaligen Schulgebäude eine Wohnung hat, darf sein Auto noch davor abstellen.

Nun nimmt die Ideenwerkstatt weitere Punkte in Angriff. Ein öffentlicher Bücherschrank soll in Zusammenarbeit mit der Bürgerstiftung bald im Ortskern aufgestellt werden. Die Friemersheimer haben sich dazu in Hamborn informiert. Dort können die Bürger rund um die Uhr Bücher mitnehmen und anbieten. „In Hamborn wird das Angebot gut angenommen“, betont Vornweg. Die Ideenwerkstatt beschäftigt sich aber nicht nur mit einem literarischen Angebot. Sie wollen den derzeit mit großen Schotterlöchern übersäten Platz grüner machen. Dafür müssen zunächst die Barrieren verschwinden. Danach könnte etwas Neues entstehen. Ein generationenübergreifender Spielplatz etwa. Auch das Konzept Urban Gardening wird für das rund 1000 Quadratmeter große Areal diskutiert. „Es könnten dann ein paar Beete entstehen, auf denen Kinderkartengruppen ihr Gemüse ziehen können“, erklärt Vornweg. Wie der Platz demnächst wirklich aussieht, hängt auch von der Finanzierung ab. Die Ideenwerkstatt ist dabei auf Spenden angewiesen. Wichtig ist laut Vornweg, dass ein Konzept von einer breiten Basis unterstützt wird.

Das gilt auch für eine mögliche Neugestaltung des Marktplatzes, wobei die Ideenwerkstatt hier erst am Anfang ihrer Überlegungen ist. „Wenn da etwas passieren soll, muss schließlich auch ein neuer Bebauungsplan her“, betont Vornweg. Dass etwas passieren muss, darin sind sich die Mitglieder der Ideenwerkstatt einig. „Unser Marktplatz hat aktuell einen niederschmetternden Charme“, sagt Vornweg. Zweimal wöchentlich gibt es noch den Wochenmarkt. Mittlerweile ist die Anzahl der Händler, die dienstags und freitags zwischen Kronprinzen- und Kaiserstraße Ware anbieten, jedoch nur noch einstellig. Das auf einer Fläche von 8000 Quadratmetern. Ansonsten gibt’s noch die Pfingstkirmes und an anderen Wochenende jede Menge Krach.

„Abends wird der Platz oft zur Rennstrecke für Auto- und Motorradfahrer. Dann kann man am nächsten Tag noch immer die Abriebspuren auf dem Platz erkennen“, sagt Vornweg, der häufig Klagen der Anwohner mitbekommt.

Eine Bebauung könnte das Problem. Bis so ein Plan umgesetzt wird, dürften noch viele Jahre und viele Sitzungen der Ideenwerkstatt vergehen. „Dem sind wir uns bewusst. Wichtig ist aber, dass die Planungen voranschreiten“, erklärt Dietmar Vornweg.

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