Hygienemanagement zeigt Wirkung in Duisburger Helios-Kliniken

Hygiene in den Arbeitsabläufen verankern:  Dr. Nathalie Pausner (r.), leitende Krankenhaus-Hygienikerin im Helios-Klinikum Duisburg,  mit Krankenschwester Ankica Gagro
Hygiene in den Arbeitsabläufen verankern: Dr. Nathalie Pausner (r.), leitende Krankenhaus-Hygienikerin im Helios-Klinikum Duisburg, mit Krankenschwester Ankica Gagro
Foto: WAZ FotoPool
MRSA-Infektionen: Vor drei Jahren lagen die Zahlen des Helios-Klinikums weit über dem Durchschnitt. Heute liegen die drei Häuser weit darunter.

Duisburg.. Nachdem sich vor drei Jahren schwere Infektionen mit multiresistenten Keimen (MRSA) im Helios St. Johannes Klinikum in Hamborn mehrten, sah sich der Krankenhaus-Konzern genötigt, gegenzusteuern. Mit einem Bündel von Maßnahmen und Transparenz durch Veröffentlichung der Zahlen versucht das Klinikum, Vertrauen zurückzugewinnen. Das Engagement zeige Wirkung, berichtet Helios anlässlich des „Internationalen Tages der Handhygiene“.

„Hygiene im Stammhirn der Mitarbeiter verankern“

Nachdem die drei Helios-Häuser St. Johannes, St. Marien und St.Vinzenz in 2014 laut eigener Statistik erstmals den bundesweiten Durchschnitt von acht Fällen pro 1000 Patiententagen unterschritten (Grafik), war die Zahl der Infektionen, die sich Patienten im Krankenhaus zuzogen, im vergangenen Jahr erneut rückläufig. „Die Null wird nicht erreichbar sein. Aber Hygiene ist ein Dauerthema. Und das ist gut so“, sagt Dr. Markus Schmitz, Chefarzt für Anästhesie und Ärztlicher Direktor. Ziel sei es, das Thema „im Stammhirn aller Mitarbeiter zu verankern“.

Zuständig dafür ist Dr. Nathalie Pausner, nach einer Zusatzausbildung überwacht die Gynäkologin als leitende Krankenhaus-Hygienikerin die Regeln und organisiert Fortbildungen. Dass eine klare Verantwortlichkeit bis 2013 fehlte, ist für den Ärztlichen Direktor einer der Gründe für die Krise von 2013. „Klare Anweisungen und eine Bezugsperson fehlten. Das hat sich über Jahre entwickelt.“

Handhygiene bleibt das Wichtigste

Das Helios-Klinikum hat sich die Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts zu eigen gemacht, um die Verbreitung von Keimen zu beschränken. „Maßgeblich ist die Basishygiene, insbesondere die Handhygiene und ein Screening bei der Aufnahme“, erklärt Dr. Nathalie Pausner. Bei dem in den Niederlanden seit Jahren erfolgreich praktizierten Screening werden alle Patienten per Abstrich in Nase und Rachen untersucht. Bei geplanten Aufenthalten liegt das Ergebnis nach spätestens drei Tagen vor. Notfälle werden nach Risikoprofil isoliert. Möglich ist auch eine sogenannte „Bettplatz-Isolierung“. Zulässig sei die gemeinsame Unterbringung mit nicht betroffenen Patienten etwa bei einer rein lokalen Besiedlung mit MRSA, etwa einer Wunde, die vollständig abgedeckt werden kann, erklärt Pausner. Die Pflege erfolgt mit Schutzkleidung.

Umgestellt wurde auch die Kleidung – vom Kittel auf den kurzärmeligen Kasak. „Handdesinfektion bleibt das Wichtigste, das war eine logische Konsequenz “, sagt Dr. Markus Schmitz.

Noch größere Sorgen als MRSA machen dem Ärztlichen Direktor jene Bakterienstämme die gleich gegen mehrere der wichtigsten Antibiotika-Gruppen resistent sind (3MRGN und 4MRGN). „Noch sind das wenige Einzelfälle, aber sie werden zunehmen“, sagt Schmitz. „Dagegen ist MRSA eine Kleinigkeit.“

Qualitätssiegel für Johanniter-Krankenhaus in Rheinhausen

Bereits im April wurde dem Rheinhauser Johanniter-Krankenhaus das erste Duisburger Hospital MRSA-Qualitätssiegel des EuroSafety Health-net verliehen.

Duisburg ist seit 2009 Mitglied des Netzwerks, das sich nach niederländischem Vorbild das Eindämmen multiresistenter Erreger zum Ziel gesetzt hat.

 
 

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