Hüttenwerke Krupp-Mannesmann planen neuen Gasometer in Duisburg

Willi Mohrs
Der 1959 erbaute Gasometer bei HKM in Duisburg soll ersetzt werden.
Der 1959 erbaute Gasometer bei HKM in Duisburg soll ersetzt werden.
Foto: www.blossey.eu
HKM plant einen neuen Gasometer im Duisburger Süden. Der Vorgänger stammt von 1959 und müsste umfassend saniert werden. Baubeginn soll 2016 sein.

Duisburg. Ein herausragendes Bauwerk planen die Hüttenwerke Krupp-Mannesmann im Duisburger Süden: 68,5 Meter hoch soll ein neuer Gasometer werden und den alten, „nur“ 60 Meter hohen Gasspeicher ablösen. 15 Millionen Euro sollen dafür investiert werden.

Vorgestellt wurden die Pläne noch weit vor dem eigentlichen Genehmigungsverfahren den Nachbarn des Hüttenwerkes, unter anderem der örtlichen Politik und den Vereinsvertretern, am Dienstagabend. Danach soll der neue Hochbehälter auch an Umfang zulegen im Vergleich mit dem bisherigen und letztlich 70.000 Kubikmeter Gas fassen statt 50.000.

50 Prozent der HKM-Gasmenge wird im werkseigenen Kraftwerk verstromt

Hört sich viel an, ist aber relativ zu sehen: Denn stündlich fallen an beiden HKM-Hochöfen 750.000 Kubikmeter Hochofengas an, an der unlängst erweiterten Kokerei im selben Zeitraum 160.000 Kubikmeter Kokereigas. Genutzt wird die Hälfte des Gases zur Kokerei-Unterfeuerung, für die Winderhitzer, die heiße Luft für die Hochöfen erzeugen, in der Sinteranlage und im Stahlwerk. Was trotz der vielfältigen Nutzungen übrig ist, bleibt nicht ungenutzt: 50 Prozent der HKM-Gasmenge wird im werkseigenen Kraftwerk verstromt.

Aufgabe eines Gasometers ist es, bei Mengen- und Druckschwankungen für einen Ausgleich zu sorgen. Fällt mehr Gas an, wird es vorübergehend gespeichert. Fehlt es an Gas, wird der Speicher geleert. Für Schwankungen sorgt unter anderem die Kokerei, deren Gasbedarf nicht kontinuierlich ist.

Mit dem Bau der ersten Kokerei-Batterie wurde 1959 auch der heutige Gasometer im Südwesten des Werksgeländes errichtet. Er ist nach Unternehmensangaben inzwischen in die Jahre gekommen und müsste umfassend saniert werden. Vor allem Korrosion hat dem Behälter zugesetzt, auch sind die damals verwendeten Dichtungen heute nicht mehr erhältlich. Daher will HKM den Gasometer nach der Inbetriebnahme des Neubaus abreißen und verschrotten.

Gutachten auch zum Artenschutz

Nur wenige Schritte vom jetzigen Standort entfernt soll ab Mitte 2016 der neue Gasometer gebaut werden. Die Bauzeit ist mit etwa zwei Jahren kalkuliert. Voraussetzung ist ein erfolgreiches Genehmigungsverfahren, bei dem auch die Bürger noch einmal offiziell informiert werden. Und diverse Gutachten müssen dafür eingeholt werden. Unter anderem zum Thema Artenschutz, was bei einer Baustelle mitten auf einem dicht bebauten Werksgelände befremdlich wirken könnte. Es gehe beispielsweise um Fledermäuse, die nicht zu Schaden kommen sollten, erklärte Dr. Udo Kalina, der bei HKM zuständig für den Umweltschutz ist.