Hochfeld an den Rhein

Ein starkes Stück Duisburg: Zum neu gestalteten Rheinpark gehört auch die Strandpromenade mit Blick auf den Rhein und die „Brücke der Solidarität“, die Rheinhausen und Hochfeld verbindet.
Ein starkes Stück Duisburg: Zum neu gestalteten Rheinpark gehört auch die Strandpromenade mit Blick auf den Rhein und die „Brücke der Solidarität“, die Rheinhausen und Hochfeld verbindet.
Foto: Christoph Wojtyczka / WAZ FotoPo
Mehr als 150 Jahre wurden die Rheinufer in Duisburg überwiegend industriell genutzt. Heute zeigt der Rheinpark, wie alte Industrieflächen neu genutzt werden können.

Duisburg.. Solange noch ein bisschen Sonne scheint, kann man eigentlich nicht schöner sitzen als vorm „Ziegenpeter“ im Rheinpark. Espresso mit Rheinblick, Riesensandkasten für die Kinder oder Strandersatz für die Eltern und vor allem Ruhe an einem Ort, der für Ruhe eigentlich gar nicht vorgesehen war.

Walzwerk Bijeroux, Hütte Vulkan, Aggerthaler Kupferhütte, die Feuerfestproduktion von Asmus Vygen & Co sowie die Zeche Medio Rhein: Firma an Firma knubbelte sich an der Hochfelder Rheinfront, als die Industrialisierung Mitte des vorletzten Jahrhunderts so richtig in Schwung kam. Eisenbahnen erschlossen das Ruhrgebiet immer engmaschiger, der Rhein war als Verkehrsweg konkurrenzlos günstig und leistungsfähig – Hochfelds Rheinseite war absolute Top-Lage. Und das für 150 Jahre.

Bis die Krisen der Industrie zur Chance für die Stadtentwicklung wurden. Den ganz großen Wurf hatten sich Planer zunächst vorgenommen, wollten Duisburg zur Stadt der Bundesgartenschau 2011 machen, und ein Schwerpunkt sollte in Hochfeld am Rhein liegen. Doch aus den Blütenträumen wurde nichts, auch eine Landesgartenschau 2014 scheiterte an der klammen Kassenlage der Kommune.

Das ist erst der Anfang

Und dennoch tat sich etwas in Hochfeld. Es wurde geplant, nach Zuschusstöpfen gesucht, schließlich auch gebuddelt und gebaut. Was entstanden ist, kann sich sehen lassen und ist doch erst der Anfang.

Wer erstmals das Terrain erkunden möchte, sollte an der Bonifatiuskirche an der Wanheimer Straße aufbrechen und durch die „Hochfeld-Allee“ aus noch jungen Bäumchen in Richtung Rhein schreiten.

Dauerausstellung farbenfroher Kunst

Wer keine Angst vor Publikum hat, sollte nach rechts schauen, zur „Wand der 1000 Gesichter“ mit großformatigen Porträtfotos an einer alten Industriehalle. Großzügiges Grün zieht den Blick in Richtung Strom, eine noch befahrene Bahnstrecke ist ebenso erhalten geblieben auf dem Gelände wie längst nicht mehr genutzte Erzbunker, die Graffiti-Künstler zur Dauerausstellung farbenfroher Kunst gemacht haben. Skater haben ihren Platz gefunden und loben im Internet überschwänglich: „Der Park ist ein Traum!“ Und: Stolze 3000 neue Bäume wurden gepflanzt, als im Herbst 2008 der erste, 26 Hektar große Bauabschnitt eröffnet wurde.

Dabei soll es nicht bleiben, misst das gesamte Gelände doch 60 Hektar. Platz fürs Wohnen, Platz für Arbeitsplätze im Grünen – in Hochfeld geht’s weiter. Eine wichtige Voraussetzung für die Umsetzung des Planer-Devise „Duisburg an den Rhein“ ist verwirklicht: der Bau einer neuen Drahtstraße von Arcelor-Mittal in Ruhrort. Ist die Produktion verlagert, kann der alte Standort geräumt und neu genutzt werden. Ein Ausflug zur Hochfelder Rheinfront bleibt also spannend, und die „Ziegenpeter“-Einkehr lohnt im Sommer wie im Winter.

 
 

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