Hoch hinaus bei der Feuerwehr

„Achtung, festhalten!“ Mit der Drehleiter durften die WAZ-Leser 32 Meter hoch fahren und einen seltenen Blick auf Duisburg genießen. Foto: Tanja Pickartz
„Achtung, festhalten!“ Mit der Drehleiter durften die WAZ-Leser 32 Meter hoch fahren und einen seltenen Blick auf Duisburg genießen. Foto: Tanja Pickartz
Foto: WAZ FotoPool

Duisburg.. „Das war total cool. Wenn ich groß bin, will ich entweder Feuerwehrmann oder Pilot werden”, sagt der 9-jährige Robin Zuralski, als er gerade zusammen mit seiner Mutter wieder festen Boden betritt.

Wenige Sekunden zuvor standen sie noch in schwindelerregender Höhe auf der 32 Meter langen Drehleiter der Duisburger Feuerwehr. Schlag auf Schlag werden die „Zivilisten“ hoch gefahren und bekommen dort einen seltenen Ausblick auf Duisburg. Grund dafür ist nicht etwa, dass die hiesige Feuerwehr aufgrund von klammen städtischen Kassen einen Freizeitparkservice anbietet, um sich etwas dazu zu verdienen. Der Grund sind „die besonderen Besucher“, wie Amtsleiter Uwe Zimmermann erklärt.

Führung mit „Boah-Effekten“

Die WAZ gewährte wieder 20 Lesern im Rahmen der Sommerserie „WAZ öffnet Pforten“ einen Einblick hinter die Kulissen. Und die Führung durch die Hauptfeuerwache an der Wintgensstraße hatte so manchen „Boah-Effekt“.

Zunächst demonstriert der erfahrene Feuerwehrmann und Amtsleiter Uwe Zimmermann die Ausrüstung eines Feuer-Bekämpfers und betont, dass das Löschen von Feuern längst nicht mehr die alleinige Hauptaufgabe eines Feuerwehrmanns sei. „Auf einen Brandschutzeinsatz kommen elf Rettungsdienstseinsätze“, sagt Zimmermann. 66.000 Mal im Jahr rücken die Männer und Frauen – es gibt fünf Frauen bei der Feuerwehr Duisburg – in den blauen Anzügen und den großen roten Autos aus den sechs Wachen im Stadtgebiet aus, um Leben zu retten, Feuer zu löschen, auf den Grund der Gewässer zu tauchen oder eine Katze vom Baum zu holen. „Jedes Mal tragen die Kollegen eine 40 Kilo schwere Ausrüstung auf ihren feuerfesten und wasserdichten Anzügen mit sich. Das ist richtige Knochenarbeit und erfordert neben mentaler Stärke auch viel körperliche Kraft. Darum schaffen es auch nicht so viele Frauen, die Einstellungstests zu bestehen“, erklärt Zimmermann.

Acht Minuten zum Einsatzort

Robin versucht das Atemschutzgerät zu heben. Das allein wiegt 18 Kilo. Die Leser sind erstaunt. Trotz allem braucht die Feuerwehr nicht länger als acht Minuten, um den jeweiligen Einsatzort zu erreichen. „Hausbesuche“ nennt der Amtsleiter die Einsätze ein bisschen flapsig, er nennt sich selbst scherzhaft auch „Chef eines mittelständischen Sicherheitsunternehmens mit kostenlosem Call-Center und Lieferdienst“ .

„Ein Lieferdienst, der es ganz schön in sich hat“, sagt Leser Horst Weiß. Der 70-Jährige macht große Augen, während wir gemütlich durch die Trainingsräume spazieren.

Ganz so gemütlich geht es hier normalerweise nicht zu. Die Feuerwehrleute müssen ihre Vitalität immer wieder unter Beweis stellen und sich fit halten. 300 Meter Laufband mit voller Ausrüstung, gefolgt von einem Fahrradergometer und einer sich endlos drehenden Leiter. „Wenn Sie das geschafft haben, dann sind sie geschafft“, versichert Zimmermann. Aber damit nicht genug: Wer die Sportübungen gemeistert hat, muss in den „Löwenkäfig“, einen Raum, der aus einem einzigen großen Käfiglabyrinth besteht. „Hier trainieren unsere Leute, wie sie sich zum Beispiel bei Kellerbränden verhalten müssen.“ Denn bei so einem Einsatz sehe man die Hand vor Augen nicht mehr und muss sich den Weg rein und wieder raus ertasten. Sind die Feuerwehrleute im „Löwenkäfig“, wird das Licht ausgeschaltet und sie sind auf sich allein gestellt. Im Notfall können die Kollegen, die das Geschehen über die Monitore einer Wärmebildkamera beobachten, eingreifen. MT Serien Duisburg WAZ Serienseite

Hochmoderne Löschzüge

Den größten Spaß haben vor allem die kleinen Leser mit den zahlreichen Feuerwehrfahrzeugen, auf die sie klettern dürfen. Und auch manch älterem Leser ist die Begeisterung im Gesicht abzulesen. Hochmoderne Löschzüge und Bergungswagen mit allerhand technischer Ausstattung, die für jedes Gelände, sogar für Einsätze im U-Bahn-Tunnel – geeignet sind, stehen nebeneinander gereiht in den heiligen Hallen der Feuerwehr.

„Das sieht man ja nicht alle Tage. Die Führung war sehr interessant und hat viel Spaß gemacht“, sagt Leserin Erika Weiß nach dem Besuch.

 
 

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