Hobby-Ermittler klären rätselhaften Unfalltod in Duisburg

Autorin Cornelia Poth-Paul (r.) mimt die Zeugin Sabine, die hier gerade von den Hobby-Ermittlern befragt wird.
Autorin Cornelia Poth-Paul (r.) mimt die Zeugin Sabine, die hier gerade von den Hobby-Ermittlern befragt wird.
Foto: Funke Foto Services
Dienstvorschriften kennen sie nicht: Den dritten Duisburger Fall lösen die Freizeit-Detektive, ihre Zeugen finden sie bei den Krimitouren mit dem Stadtplan.

Duisburg.. Das Opfer ist ein etwa 50-jähriger Versicherungsvertreter. Auf dem Rückweg von einem späten Kundentermin ist er mit dem Auto in einer Kurve verunglückt. Das Ungewöhnliche: es sind keine Bremsspuren gefunden worden. Es gibt bisher keine Hinweise auf Fremdeinwirkungen, lediglich eine überhöhte Konzentration an „Colchicin“ im Blut des Opfers ist auffällig.

Zeugensuche mit dem Stadtplan

Nun suchen die Ermittler händeringend nach Unterstützung, zu wenige Mitarbeiter und zu viele Fälle lassen zu ungewöhnlichen Methoden greifen. So schildert es zumindest Spielleiter Stephan Haas seinen gespannten Zuhörern. „Meine Damen und Herren wir sind Ihnen sehr dankbar für ihre Unterstützung als freiwillige Ermittler“, erklärt Haas und teilt Klemmbretter mit allen wichtigen Informationen aus.

Die Gruppe, die sich um 12.30 Uhr auf dem Burgplatz in Duisburg getroffen hat wird in zwei Teams aufgeteilt. Ein Team besteht aus den Siegern eines Gewinnspiels des Duisburg Senders Studio47 und Teilnehmern, die sich einzeln für den Krimispaziergang angemeldet haben. Die zweite Ermittlertruppe kommt aus Krefeld. Die sechs Freunde haben sich gemeinsam angemeldet und sind schon riesig gespannt auf ihre Mission. Zur nervlichen Stärkung und als Abhärtung gegen das nasskalte Wetter gibt es vor Beginn der Ermittlungen erst einmal einen Becher Sekt. Das ist einer der Vorteile als „Aushilfsermittler“- Dienstvorschriften gibt es nicht.

Die Ermittler zögern nicht lange

Schnell werden die Aufgaben verteilt, die beiden Hauptkommissare mimen Vera und Ralph, denn der Geburtstag der beiden hat die Gruppe überhaupt erst zu dem Abenteuer verleitet. Auch Verantwortliche fürs Kartenlesen, Schirmhalten und das „Back-up-GPS“ sind schnell gefunden. Während das Smartphone noch versucht den Standort der Gruppe zu orten, marschieren die ersten schon zielsicher los. Anhand des Stadtplans ist die erste Station auch recht schnell gefunden. Dort wartet leicht fröstelnd die erste Zeugin, Sabine. Sie mimt die trauernde Witwe des Verstorbenen.

Die Ermittler zögern nicht lange, stellen sich als „Soko Krefeld“ vor und beginnen die Zeugin ins Kreuzverhör zu nehmen. Ob sie denn ein gutes Verhältnis zu ihrem Mann gehabt habe und wie sieht es denn eigentlich mit einer Lebensversicherung aus? Ebenfalls verdächtig erscheint den Aushilfspolizisten das Verhältnis zwischen den Eheleuten und ihrem Adoptivsohn.

Tatorte an Rhein und Ruhr

Als sich dann noch herausstellt, dass der Verstorbene einen besten Freund gehabt haben soll, der als Apotheker tätig ist, gibt es für die Ermittler kein Halten mehr. Dieser Freund muss gefunden werden, so schnell es geht, denn vielleicht ist er in der Lage aufzuklären, was es mit dem den Ermittlern unbekannten Stoff „Colchicin“ im Blut des Opfers auf sich hat. Glücklicherweise kann die Witwe den Kommissaren den aktuellen Aufenthaltsort des besagten Freundes angeben. „Bei diesem Wetter trägt er normalerweise immer einen großen schwarzen Hut“, verrät sie noch zum Abschied.

Zeugin Sabine heißt in ihrem realen Leben Cornelia Poth-Paul, sie ist die Lebensgefährtin des Veranstalters Stephan Haas und hat sich die Geschichte zu dem aktuellen Kriminalfall ausgedacht. Unter der Woche ist die Diplompädagogin Förderschullehrerin, aber an den Wochenenden schlüpft sie in verschiedene Rollen an Tatorten an Rhein und Ruhr. „Wir arbeiten aktuell an der Story für unseren vierten Fall“, verrät sie. Dann setzt sie schnell wieder die trauernde Miene auf, denn schon naht die nächste Ermittlergruppe.

Krimitouren: Spielorte im gesamten Ruhrgebiet

Fremdenführer Stephan Hass bietet die Krimitouren seit 2013 an. Eine Tour dauert etwa drei Stunden und kostet 39€ pro Person.

Spielorte gibt es durch das ganze Ruhrgebiet verteilt

Aktuelle Termine und Spielorte finden sich im Internet auf www.krimitouren-ruhrgebiet.de

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