Helios betreut Patienten mit Williams-Beuren-Syndrom

Das deutschlandweit größte Zentrum für die Diagnostik und Langzeitbetreuung von Patienten mit Williams-Beuren-Syndrom (WBS) befindet sich nun am Helios-Klinikum Duisburg. Die dortige Abteilung der Kinder- und Jugendmedizin unter Chefarzt Dr. Peter Seiffert vereint alle notwendigen Fachbereiche – wie etwa die Kardiologie, Endokrinologie, Gastroenterologie, Orthopädie oder die Sozialpsychologie – unter einem Dach und übernimmt die Aufgabe vom Heidekreis-Klinikum aus Walsrode. Das Duisburger Team steht Betroffenen und ihren Familien von nun an dauerhaft für alle Fragen rund um den seltenen Gendefekt zur Verfügung.

Rein medizinisch gesehen ist WBS eine angeborene Erkrankung, sie tritt nur bei etwa einer von 8000 Geburten auf. Ursache des Syndroms ist ein Gendefekt. Damit fehlt den Betroffenen unter anderem das Gen für die Bildung des Proteins Elastin. Es gehört zu den strukturgebenden Eiweißen und sorgt im Körper unter anderem für die Dehnungsfähigkeit der Blutgefäße. Die Veränderung des Elastins kann bei Betroffenen Herz- und Gefäßfehlbildungen sowie die Entwicklung eines Bluthochdrucks verursachen. Neben den organischen Veränderungen weisen die Kinder auch besondere optische Merkmale wie einen kleineren Kopf, pausbäckige Wangen und eine geringere Körpergröße auf. Außerdem sind sie gegenüber Mitmenschen extrem kontaktfreudig, neugierig und vertrauensselig dafür aber in Alltagssituationen übertrieben ängstlich. Auch eine Inselbegabung, etwa für Musik oder Sprache sowie ein außerordentliches Gedächtnis sind Leitsymptome von WBS.

Leiterin des Zentrums am Klinikum ist Dr. Elke Reutershahn. Die erfahrene Oberärztin betreut gemeinsam mit ihrem Chefarzt schon länger betroffene Kinder. Eingebettet in das umfangreiche Leistungsspektrum des Maximalversorgers bietet die Abteilung Betroffenen und ihren Familien, die zumeist lebenslang in die Betreuung eingebunden sind, die gesamte Bandbreite der medizinischen Versorgung. Heilbar ist WBS bislang nicht. Viele Patienten können jedoch als Erwachsene ein weitestgehend selbstständiges Leben führen.

 
 

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