Duisburg

Hat Bivsi R. doch eine Chance, zurück nach Deutschland zu kommen? - So könnte es klappen

Aus dem Klassenraum zur Abschiebung - Der Schock bei den Duisburger Schülern sitzt tief

Am Montagmorgen wurde die 14-jährige Bivsi von der Duisburger Ausländerbehörde abgeholt. Zusammen mit ihren Eltern wurde sie nach Nepal abgeschoben. Für ihre Mitschüler war das ein Schock. Sie hatten nicht einmal Zeit sich zu verabschieden.

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  • Bivsi R. wurde aus dem Unterricht geholt und nach Nepal abgeschoben
  • Ihre Eltern waren unter falschem Namen nach Deutschland eingereist
  • Eine Initiative möchte jetzt alles Mögliche unternehmen, um sie zurückzuholen

Duisburg. Gibt es vielleicht doch noch einen Weg zurück nach Deutschland für die abgeschobene Duisburgerin Bivsi R. und ihre Familie? Ein Zusammenschluss aus Duisburger Eltern und Schülern trifft sich am Donnerstag mit hohen Vertretern aus der örtlichen SPD, um einen Fünf-Punkte-Plan vorzustellen.

Dieser beinhaltet unter anderem zwei Möglichkeiten, Bivsi R. zurück nach Deutschland zu bringen. Die Initiative zieht dafür ein Kindervisum und ein sogenanntes „humanitäres Visum“ in Betracht.

Die 14-jährige Schülerin musste zusammen mit ihren Eltern ausreisen, weil die Eltern bei der Einreise 1998 einen falschen Namen angegeben hatten.

Schüler-Visum als Ausweg für Bivsi R.?

„Man kann für die Zeit der Ausbildung eine Aufenthaltsgenehmigung erlangen“, so der Vorsitzende der Schulpflegschaft, Stephan Kube. „Dafür müsste aber jemand in Deutschland die juristische Fürsorge übernehmen.“

Hier hätte sich Bivsis Bruder Biswash bereit erklärt, die Fürsorge zu tragen, so Kube. Nur: Der 21-jährige Auszubildene könnte wahrscheinlich nicht finanziell für seine jüngere Schwester sorgen. „Daher könnte dies ein Grund sein, dass auch die Eltern wieder einreisen dürfen“, vermutet Kube.

„Bivsi wird nicht nur wegen einem Schüler-Visum einreisen dürfen“, merkt hingegen Bernd Mesovec, Leiter der Abteilung Rechtspolitik bei ProAsyl, an. „Eine Abschiebung beinhaltet häufig auch eine Wiedereinreisesperre.“

Jedoch betont Mesovec, dass er in Bivsis Fall keine Akteneinsicht hat. Somit sei eine Einschätzung des Falls extrem schwer.

Ein ähnlicher Fall aus Niedersachen macht Hoffnung

Die zweite Möglichkeit umfasst ebenfalls den Weg über ein Visum. Kube nennt es ein „humanitäres“ Visum.

Hierfür müsste sich Duisburgs Oberbürgermeister Sören Link an das NRW-Innenminsterium wenden. Innenminister Ralf Jäger müsste dann über das deutsche Außenministerium die Botschaft in Kathmandu bitten, ein Visum zu erteilen.

Einen ähnlichen Fall gab es bereits 2011 für die vietnamesische Familie Nguyen im niedersächsischen Hoya.

„Konkret bezieht sich dieser Fall auf den Paragrafen 22 des Aufenthaltsgesetzes. Hierfür müssen drigend humanitäre Gründe für Bivsi in Nepal vorliegen“, erklärt Rechtsexperte Mesovec. Dringende humanitäre Gründe wären zum Beispiel Armut, Hungersnot oder Obdachlosigkeit.

Dennoch macht er der Familie und allen Angehörigen Mut: „Man sollte versuchen, alle Rechtswege auszuschöpfen.“

DER WESTEN berichtet fortlaufend von den Geschehnissen um Bivsi und ihre Familie.

Weitere Themen zu dem Fall:

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