Hasserfülltes Klima beim Outlet-Infoabend in Duisburg-Hamborn

Christian Balke
Unter den mehr als 300 Gästen in der Clauberghalle waren 15 bis 20 Besucher, die von Beginn an andere Bürger aufwiegelten Foto: Udo Milbret/WAZ FotoPool
Unter den mehr als 300 Gästen in der Clauberghalle waren 15 bis 20 Besucher, die von Beginn an andere Bürger aufwiegelten Foto: Udo Milbret/WAZ FotoPool
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Die Info-Veranstaltung zum geplanten Outlet-Center im Duisburger Norden ist aus dem Ruder gelaufen. Statt sachlicher Gespräche kochten am Dienstagabend in der Clauberg-Halle Emotionen hoch und über. Projektbefürwortern soll am Rande der Veranstaltung Prügel angedroht worden sein und Journalisten wurden wegen ihrer Berichterstattung angepöbelt.

Duisburg. Hamborns Bezirksbürgermeister Uwe Heider hatte Dienstagabend die Bürger zu einer hochkarätig besetzten Informationsveranstaltung über den geplanten Bau des „Douvil“Factory-Outlet-Centers in Hamborn gebeten. Statt sachlicher Gespräche kochten in der Clauberg-Halle Emotionen hoch und über. Einige Outlet-Gegner sorgten für geradezu hasserfülltes Klima.

Interessierte Bürger sollten an dem Abend eigentlich die Chance haben, Informationen aus erster Hand zu erhalten – etwa von Douvil-Projektleiter Roger Sevenheck oder dem Beigeordneten Dr. Peter Greulich. Die vom Redaktionsleiter der WAZ und NRZ-Nordredaktion, Gregor Herberhold, moderierte Veranstaltung lief jedoch von Beginn an aus dem Ruder.

Unter den mehr als 300 Gästen in der gut gefüllten Clauberghalle waren 15 bis 20 Besucher, die von Beginn an andere Bürger aufwiegelten, die Podiumsteilnehmer und den Moderator lautstark beschimpften. Besonders geschmacklos, dass der Niederländer Roger Sevenheck von lautstark schimpfenden Protestlern mehrfach aufgrund seiner Nationalität verunglimpft wurde.

Aggressive Grundstimmung

Projektbefürwortern wurden nach eigener Aussage am Rande der Veranstaltung Prügel angedroht. Eine linksextremistische türkisch-kurdische Jugendgruppe pöbelte beim Verlassen der Halle Journalisten wegen deren Berichterstattung zum Thema Outlet-Center an. Neben Initiativen-Sprecher Helmut Mattern, der enorm aggressiv auftrat und oft ausfallend wurde, fielen besonders Protestierende aus der Rolle, die mit den Mietern am Zinkhüttenplatz eigentlich nichts zu tun haben, sondern einer Initiative gegen das Grüngürtel-Projekt angehören.

Zum Projekt wurde dann dennoch etwas gesagt: Gestört von Beschimpfungen und Zwischenrufen teilte die Douvil-Projektleitung den Anwesenden mit, dass auf der Fläche der Siedlung Zinkhüttenplatz keine Parkplätze entstehen werden, sondern Outlet-Verkaufsfläche. Der angebliche Plan, dort Parkplätze zu errichten, hatte die Mieter, die nun umziehen sollen, besonders aufgebracht.