Duisburg

Handelsexperte: Das ist der Grund für das Aus von Black.de

Wird demnächst geschlossen: Der Black.de-Markt in Duisburg.
Wird demnächst geschlossen: Der Black.de-Markt in Duisburg.
Foto: Foto: Madeline Jäger

Duisburg. Großes Rätselraten nach dem Aus der Discounter-Kette Black.de. Warum gibt der Handelsriese Tedi sein Tochterunternehmen so schnell auf? Waren doch bis zum Jahresende 1000 Filialen geplant.

Handelsexperte erklärt

Joachim Stumpf ist Geschäftsführer der BBE Handelsberatung, er hat eine Erklärung für das Aus des Non-Food-Discounters. So sei die Strategie von Mutter Tedi nicht aufgegangen. Grundsätzlich sei Black.de nämlich als Abwehr zu Konkurrent Action gedacht gewesen, so der Experte.

Bei Action, ebenfalls einem Non-Food-Discounter, der nahezu das gleiche Angebot bietet, wie Black.de, habe es eine unglaubliche Expansion gegeben. Der holländische Konzern Action betreibt mittlerweile über 1000 Fillialen in sieben Ländern, beschäftigt dabei über 38.000 Mitarbeiter. Das konnte Black.de nicht mehr aufholen.

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„Für Black.de war auch ein Problem, dass Action an nahezu allen relevanten Standorten schon Filialen eröffnet hatte. So hatte der Konzern oft das Nachsehen“, sagt Stumpf.

Platz für beide Unternehmen

Und das, obwohl der Markt eigentlich Platz für mehrere Unternehmen hätte. „Wir haben eine erstaunlich hohe Expansion im Niedrigpreissegment. Vor allem in Deutschland. Das ist erstaunlich, da hier wir eigentlich eine starke Kaufkraft haben. Wir sind die Schnäppchenjäger Europas.“

Auch, weil in Läden wie Action, Tedi oder Black.de nicht nur die Kunden einkaufen, die finanziell auf preisgünstige Waren angewiesen wären. „Diese Läden ziehen auch viele sogenannte Smart-Shopper an.“ Menschen also, die darauf aus sind, Produkte möglichst preisgünstig zu bekommen, auch wenn sie es sich finanziell leisten könnten, im teureren Segment zu kaufen.

Kunden bestürzt

Die Kunden jedenfalls sind verwundert über das plötzliche Aus. Sandra (36): „Ich verstehe es nicht, es war immer viel los. Aber das ist typisch Duisburg. Der Einzelhandel geht kaputt.“

 
 

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