Handel in Duisburg wehrt sich weiterhin gegen Factory Outlet Center

Verkaufsoffene Sonntage sind beliebt bei den Kunden.
Verkaufsoffene Sonntage sind beliebt bei den Kunden.
Foto: WAZ FotoPool
Die kritischen Stimmen des Einzelhandelverbandes werden angesichts der neusten Verschiebung des Baustarts von Outlet Center und Möbelzentrum wieder lauter. So drohe nun eine lange Phase der Unsicherheit, mahnen Duisburger Geschäftsinhaber. Sie fordern endlich Klarheit bezüglich der Großvorhaben.

Duisburg. Wann und ob überhaupt das Factory Outlet Center in Hamborn gebaut wird, steht in den Sternen. Sicher ist hingegen, dass das „Höffner“-Möbelzentrum südlich vom Hauptbahnhof deutlich später realisiert wird, als bisher erwartet, 2015 eventuell oder auch noch später. Beide Vorhaben hatten massive Kritik bei ansässigen Einzelhandel hervorgerufen. Doch vom zufriedenen Händereiben ob der jüngsten Entwicklungen ist man bei Einzelhandelsverband weit entfernt.

Am Outlet Center hatten die Händler unter anderem kritisiert, dass sich der Handelsschwerpunkt in Duisburg in erheblichem Maße verlagere und somit vor allem die Innenstadt als Einzelhandelsstandort geschädigt werde. Am Vorhaben des Möbelreisen Kurt Krieger auf dem Gelände der „Duisburger Freiheit“ wurde vor allem gerügt, dass das über Möbel hinausgehende Sortiment wie etwa Haushaltswaren und Heimtextilien zu groß ausfallen – wiederum mit massiven Auswirkungen auf den Handel in der nahen Innenstadt.

Lange Phase der Unsicherheit

Dass die beiden Großvorhaben mindestens erheblich verspätet realisiert werden, lässt die Duisburger Geschäftsinhaber allerdings keineswegs in langanhaltenden Jubel ausbrechen. Was jetzt drohe, so Wilhelm Bommann vom Einzelhandelsverband, sei eine lange Phase der Unsicherheit, ob überhaupt und wann dann gebaut werde: „Wir haben lieber klare Fakten als einen langen Schwebezustand.“ Geschäftsleute wie auch Immobilienbesitzer bräuchten „klare Kante“, ansonsten drohe Zögern und Zaudern auf allen Seiten wie in den langen Jahren der Diskussionen um Multi Casa (die letztlich im Jahr 2005 von der Politik gestoppte Planung eines Mega-Einkaufszentrums am Hauptbahnhof).

Freude bereitet dem Duisburger Handel indes eine spürbare Verbesserung des Konsumklimas. Auch wenn die Kaufkraft in Duisburg nach wie vor unter dem Bundesdurchschnitt liege, sei, so Bommann, die Lust am Shoppen deutlich lebhafter geworden. Die Erklärung des Einzelhandelssprechers: Niedrige Sparzinsen ermuntern zur Investition in höherwertige Güter wie Möbel, aber auch in Textilien angesichts der sinkenden Temperaturen.

Termine für verkaufsoffene Sonntage

Ein anderes Thema wird in den nächsten Tagen die Vertreter der Werbegemeinschaften zusammenführen. Es gilt, Termine abzustimmen für die verkaufsoffenen Sonntage des nächsten Jahres. Deren Zahl ist von bisher 18 auf künftig elf reduziert worden.

Nun gilt es zum einen, die rarer gewordenen Termine so zu takten, dass sich die Veranstaltungen nicht gegenseitig Besucher abziehen. Zum anderen müssen aber auch die Veranstalter darauf achten, dass es nur eine beschränkte Anzahl von Schaustellern gibt – und auch die haben Terminkalender.

 
 

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