Häuserpreise in Duisburg ziehen kräftig an

Ingo Blazejewski
Mit der Nachfrage klettern die Kaufpreise, die höchsten gibt’s im Süden: Das Neubaugebiet Angerbogen in Huckingen.
Mit der Nachfrage klettern die Kaufpreise, die höchsten gibt’s im Süden: Das Neubaugebiet Angerbogen in Huckingen.
Foto: Hans Blossey
Der Grundstücksmarktbericht 2012 berichtet, dass Ein- und Zweifamilienhäuser sind in Duisburg mittlerweile sechs Prozent teurer als noch im Vorjahr. Auch die Preise für noch unbebaute Grundstücke klettern derweil im Vergleich zum vergangenen Jahr um 15 Prozent.

Duisburg. Wer sich in Duisburg ein eigenes Häuschen leisten will, muss tiefer in die Tasche greifen. Der durchschnittliche Kaufpreis für neue Ein- und Zweifamilienhäuser ist innerhalb eines Jahres um fast sechs Prozent gestiegen. Das geht aus dem jetzt vorliegenden Grundstücksmarktbericht 2012 der Stadt Duisburg hervor. Die Preise hat der Gutachterausschuss aus mehr als 3500 Kaufverträgen ermittelt.

Im Schnitt kostet das Eigenheim mit einem 300 qm großen Grundstück 262.680 Euro. Im Vorjahr lag der Preis mit 248.050 Euro noch deutlich niedriger, vor fünf Jahren hatten Duisburger für ihr neues Häuschen 230.000 Euro gezahlt. Gefragt sind aber vor allem auch gebrauchte Immobilien: Die Hälfte aller Eigentumsverkäufe in Duisburg fällt auf weiterverkaufte Ein- und Zweifamilienhäuser. Insgesamt wechselten 2011 Immobilien für 624 Millionen Euro den Besitzer.

Die Lage entscheidet über den Preis

Die meisten Duisburger hatten sich noch vor Oktober 2011 zum Kauf entschlossen Aus gutem Grund: In dem Monat stieg die Grunderwerbssteuer von 3,5 auf 5 Prozent. Alleine im September wurden doppelt so viele Kaufverträge abgeschlossen wie in den Vormonaten.

Auch der niedrige Zinssatz für Kredite steigert die Nachfrage. Bei der Duisburger Sparkasse, die 2011 rund 1500 Privatimmobilien finanzierte und mit einem Niedrig-Zinsen Marktanteile gewinnen will, liegen die Konditionen derzeit bei 2,7 Prozent für zehn Jahre Laufzeit. Weiterer Indikator für die anhaltende Nachfrage: Über die LBS wurden im Vorjahr 5200 neue Bausparverträge abgeschlossen.

Nicht nur die Zahl der Immobilienverkäufe (+7,3%) ist deutlich gestiegen, sondern auch die Preise für unbebaute Grundstücke um 15 Prozent. Ein Grundstück von 400qm kostete im Schnitt 100.000 Euro. Der Quadratmeter-Preis von 260 Euro führen die Gutachter auf den Schwerpunkt der Verkäufe im Duisburger Süden zurück. Denn über den Preis entscheidet bekanntlich die Lage, innerhalb der Stadt gibt es gravierende Unterschiede.

Auch Eigentumswohnungen sind teurer geworden

Im Norden liegt der Durchschnittspreis für ein neues Ein- oder Zweifamilienhaus bei 211.600 Euro, im Süden werden dagegen 315.200 Euro fällig. Häuser im Westen liegen im Schnitt bei 242.000 Euro. Allerdings zeigt auch die Größe der Grundstücke ein Nord-Süd-Gefälle: Bei Häuslebauern in Huckingen oder Rahm ist der Grundbesitz mit 342qm deutlich großzügiger als im Norden (257qm).

Der Anstieg bei den Häuserpreisen zeigt sich übrigens auch bei den Eigentumswohnungen: Bis auf in Rheinhausen wurden stadtweit mehr Wohnungen verkauft als im Vorjahr, im Schnitt ist eine Neubau-Wohnung ebenfalls um fast sechs Prozent teurer geworden, der Quadratmeter-Preis liegt bei 2024 Euro.