Gülle muss nicht stinken

NRW -Wissenschaftsministerin Svenja Schulze zeichnete das IUTA aus. Foto: Stephan Eickershoff
NRW -Wissenschaftsministerin Svenja Schulze zeichnete das IUTA aus. Foto: Stephan Eickershoff
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Autofahren ohne Nasenrümpfen, wenn vor einem der Bauer Gülle transportiert? Dafür gibt es Lösungen, das erweiterte Zentrum für Filtrationsforschung und funktionalisierte Oberflächen arbeitet daran.

Duisburg. Autofahren trotz Pollenallergie? Kein Problem dank entsprechender Filter im Fahrzeug. Autofahren ohne Nasenrümpfen, wenn vor einem der Bauer Gülle transportiert? Auch dafür gibt es Lösungen, das erweiterte Zentrum für Filtrationsforschung und funktionalisierte Oberflächen arbeitet daran.

„Es gibt immer wieder neue Herausforderungen für die Filtertechnik“, erläuterte gestern Dr. Stefan Haep, Geschäftsführer des Instituts für Energie- und Umwelttechnik (IUTA) auf dem früheren Krupp-Gelände in Rheinhausen.

Mit rund 7,6 Mio Euro hat das Land NRW den Bau einer neuen Technikumshalle gefördert, in der künftig zahlreiche Test- und Versuchsstände mit hochkomplexen Mess- und Analysegeräten den rund 30 Filterspezialisten unter den etwa 150 IUTA-Mitarbeitern zur Verfügung stehen werden. Wie etwa ein schon gestern präsentiertes Gerät, kaum größer als eine unverkleidete Waschmaschine, aber 400.000 Euro teuer. Davon gebe es vielleicht drei in ganz Deutschland, erklärte Haep, „chemische Fingerabdrücke“ von Partikeln könne man damit anfertigen.

Spitzentechnologie-Wettbewerb

In enger Zusammenarbeit mit Forschungspartnern sei man dabei, „neue Welten aufzustoßen“, etwa, wenn es um die Entwicklung der nächsten Technik-Generation in der Photovoltaik oder in der Brennstoffzellentechnik gehe.

Das Zentrum für Filtrationsforschung und funktionalisierte Oberflächen wurde 2008 ins Leben gerufen vom IUTA, dem Uni-Institut für Verbrennung und Gasdynamik und dem Deutschen Textilforschungszentrum in Krefeld. Die Forscher des beim Spitzentechnologie-Wettbewerb „Hightech NRW“ erfolgreichen Projekts widmen sich aktuell drei Themenkomplexen: Entfernung hochgiftiger Gas-Komponenten, Filtrierung flüssiger Aerosole und Abscheidung von Partikeln an Faserfiltern.

Anwendungsorientierte Entwicklungsarbeit

„Viele Themen und immer gute Forschungsleistungen – ein echter Ort des Fortschritts“, zitierte Ministerin Schulze die Einschätzung eines ihrer Mitarbeiter zum Thema IUTA. Besonders wichtig für die SPD-Politikerin ist die anwendungsorientierte Forschungs- und Entwicklungsarbeit des Instituts. Um die Umsetzung der IUTA-Arbeit zu gewährleisten, wurde ein Industriebeirat für das Filter-Projekt gegründet, dem inzwischen 37 Vertreter von Unternehmen angehören.

Das IUTA wurde 1989 als Institut für Umwelttechnologie und Umweltanalytik gegründet – eine neue Nutzung der Kruppschen Forschungsanstalt nach der Schließung der Hütte in Rheinhausen.

 
 

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