Grüne Dame mit Leib und Seele im Klinikum Duisburg

Zwei, die sich mögen: Cordula Wagner und Karlheinz Muno, der sich über die Besuche der Grünen Dame sehr freut.
Zwei, die sich mögen: Cordula Wagner und Karlheinz Muno, der sich über die Besuche der Grünen Dame sehr freut.
Foto: FUNKE Foto Services
Cordula Wagner ist eine Grüne Dame mit Leib und Seele. Sie kümmert sich um die Patienten im Klinikum Duisburg, hört zu, tröstet – ist einfach da.

Duisburg.. Karlheinz Muno lächelt. Gerade ist Cordula Wagner zur Tür hereingekommen und setzt sich zu einem Plausch an sein Krankenbett. Für den 68-Jährigen ist es eine willkommene Abwechslung in seinem Alltag, der im Klinikum Duisburg derzeit nicht allzu viele schöne Momente für ihn bereit hält. Muno ist an Speiseröhrenkrebs erkrankt. Er redet ganz offen darüber. Und trotzdem ist er froh, mit Cordula Wagner, eine Grüne Dame mit Leib und Seele, mal über etwas anderes sprechen zu können. Über Gott und die Welt. „Das ist ein Stück Normalität, die man sonst im Krankenhaus nicht erfährt“, sagt der Mann, den hier alle nur liebevoll „Muno“ nennen.

Jetzt lächelt Cordula Wagner. Es sind solche Sätze, die sie während ihrer Besuche bei Krebspatienten, Herz- und Lungenkranken öfter hört und die sie glücklich und zufrieden machen. Mit 38 Jahren zählt sie zu den jüngeren Grünen Damen im Klinikum.

Die Entscheidung, sich dort auf diese Weise ehrenamtlich zu engagieren, hat Cordula Wagner, die ansonsten freiberuflich als Heilpraktikerin (Psychotherapie) arbeitet, vor drei Jahren getroffen. „Es gab damals einen Einschnitt in meinem Leben. In der Zeit habe ich viel über den Sinn des Lebens nachgedacht“, erzählt sie. „Als ich dann auch kurz ins Krankenhaus musste, habe ich im Klinikum die Grünen Damen kennen gelernt. Das war einfach nur schön und das wollte ich dann auch machen.“

Patienten schenken Vertrauen

Sie darf. Anfangs begleitet sie nur eine Grüne Dame – eine übliche Maßnahme – und fühlt sich langsam in die Arbeit hinein, bis sie nach einer Weile sicher genug ist, die Patienten alleine besuchen zu können. Der Mittwoch ist ihr Tag. Immer von 9 bis 12 Uhr dreht die 38-Jährige ihre Runden, hört zu, tröstet, erledigt kleinere Besorgungen oder macht Spaziergänge.

„Das gibt mir unheimlich viel“, sagt Cordula Wagner. „Es heißt, das schönste Geschenk, das man einem anderem Menschen machen kann, ist, Vertrauen zu schenken. Und das geben mir die Patienten.“ Sie berichtet von einem älteren Herrn, dem das anfangs schwer fiel – bis sie ihn mal zu einem Weihnachtsgottesdienst begleitet hat. „Er hat die ganze Zeit meine Hand gehalten, wurde zusehends ruhiger – und wollte mich danach heiraten“, erzählt sie mit einem Schmunzeln.

Sie habe durch ihr Engagement zudem selbst eine andere, teils entspanntere, Einstellung zu Krankheiten bekommen hat. „Ich weiß zum Beispiel jetzt viel besser, dass eine Krebsdiagnose nicht gleich bedeuten muss zu sterben.“ Es sind auch Menschen wie Karlheinz Muno, die ihr diese Haltung, diesen Optimismus, vermitteln.

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