Größer, breiter, sicherer

Stefan Endell

Duissern/Neudorf.  Viel zu viele Nutzer, viel zu kleine Bahnsteige, viel zu wenig Verkehrssicherheit: Die Haltestelle „Lutherplatz“ der DVG-Straßenbahnlinie 901 soll noch in diesen Sommerferien für rund 650 000 Euro deutlich vergrößert und modernisiert werden. Geplant: Die Mülheimer Straße wird dort dauerhaft einspurig, die Bahnsteige werden jeweils auf 3,50 Meter verbreitert, die Radfahrer werden auf die Straße geleitet. Das Ganze wird barrierefrei, bleibt aber weiterhin zur Straße geschlossen.

Über Details der Gestaltung und exakte Zeitpläne müssen in der kommenden Woche, am 18. Februar, die Bezirksvertreter in einer Sondersitzung sowie die Ratsmitglieder des Verkehrsausschusses befinden. Vom Grundsatz herrscht zwischen Politik und Verwaltung seit Jahren Einvernehmen: Die Straßenbahnhaltestelle auf der Mülheimer Straße, in direkter Nachbarschaft zu dem 2011 neu eröffneten Berufsschulzentrum, plus die entfernter gelegene Gesamtschule-Mitte und Teile der Universität – muss dringend größer, breiter und verkehrssicherer werden.

5000 Schüler täglich

Denn nicht nur die täglich 5000 Schüler, die zum großen Teil über die Straßenbahn in die neuen Berufsschulen einpendeln, sondern auch die Anwohner wie auch die Kundschaft der Einzelhandelgeschäfte rund um den Lutherplatz bescheren der DVG zwar täglich eine gute Auslastung, aber eben auch anhaltend große Probleme mit der Sicherheit im Verkehr: Schüler queren die Gleiszone bei einfahrenden Bahnen, um andere Bahnsteigbereiche zu erreichen; sie stehen zum Teil auf den Gleisen. Insbesondere morgens zum Schulbeginn aber auch zum Schulende in den Nachmittagsstunden sind hier sehr hohe Fahrgastzahlen durch Schüler vorhanden, die auf den bestehenden Bahnsteiganlagen nicht sicher bewältigt werden können. Aus Sicht der DVG ist deshalb eine bauliche Erweiterung der Bahnsteige und eine Verbreiterung der Straßenquerung auf sechs Meter dringend erforderlich. Derzeit sorgen Servicekräfte der DVG zumindest in der Hauptverkehrszeit für einen halbwegs geordneten Betriebsablauf.

Die beiden etwa 60 Meter langen und 2,50 Meter breiten Bahnsteige sollen auf 3,50 Meter verbreitert werden. Dafür müssen sie sich jeweils nach links und rechts auf die ohnehin bereits gelb abmarkierte Mülheimer Straße ausbreiten, die somit an dieser Stelle dann dauerhaft einspurig werden wird. Konsequenz: Mehr Sicherheit für die Fahrgäste, die dann auch nur noch eine Fahrspur auf der Straße überqueren müssen. Für die Autofahrer wird sich nichts ändern. Die Zebrastreifen, bislang vier Meter breit, sollen künftig sechs Meter breit sein, damit der Publikumsverkehr von der Haltestelle schneller „abfließen“ kann.

Die Radfahrer werden an dieser Stelle ihren jetzt noch vorhandenen Radweg – erhöht auf dem Bürgersteig – verlieren. Sie werden künftig auf der dann verbreiterten Straße mitfahren. Denn die neue Einspurigkeit der Straße soll künftig um 20 Zentimeter breiter sein, als die heute anzutreffende gelb markierte Einspurigkeit. Das kann dann nur zu Lasten des Radwegs auf dem Bürgersteig gehen. Weiter heißt es in der Verwaltungsvorlage, über die die Politiker noch vor der Ratssitzung Ende Februar zu befinden haben:

Die Haltestelle wird gemäß Stadtbahnrichtlinie standardisiert ausgerüstet. Sie erhält unter anderem Sitzgelegenheiten, Beschilderung und Informationseinrichtungen, elektronische Ansage, Uhren und Videoüberwachung, die größtenteils bereits heute vorhanden sind. Die vorhandene dynamische Fahrgastinformation könnte an anderen Standorten weiter genutzt werden. Sie wird in die taktile Führung eingebunden und mit digitalen Ansagegeräten behindertenfreundlich nachgerüstet. Neben den beschriebenen Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheit an der Haltestelle wird zusätzlich durch die Umbaumaßnahmen „mobilitätsbehinderten Personen“ die Nutzung der Straßenbahnen ohne fremde Hilfe ermöglicht.

Bauarbeiten in den Sommerferien

Weitere Maßnahmen sind: Die Fußgängerquerungen an Gleisanlagen werden zukünftig einheitlich durch Ampelschaltung geregelt. Bislang konnte man zwar bei „Grün“ die Straße sicher überqueren, musste dann auf den Gleisen allerdings immer mit anrollende Bahnen rechnen. Eine völlig unnötige und sehr gefährliche Situation, wie die Experten befinden. Künftig werden Autos und Bahn gleichzeitig stoppen müssen. Die Gleise werden neu gelegt, die alten waren verbraucht. Die Kosten belaufen sich auf 650 000 Euro, 90 Prozent davon zahlt das Land, die restlichen 10% sind im städtischen Haushalt fest verankert. Der Umbau soll in diesem Jahr 2016 in den großen Sommerferien durchgeführt werden.

Die begleitenden Straßenbaumaßnahmen (Mülheimer Straße, Lerchenstraße, Manteuffelstraße) sind auch außerhalb der Ferienzeit möglich und sollen nach dem Abschluss der derzeitigen Kanalbauarbeiten im Bereich der Bismarckstraße beginnen. Während der Bauzeit müssen die vorhandenen Bahnsteige logischerweise für den Fahrgastwechsel gesperrt werden. Es ist deshalb vorgesehen, jeweils in Fahrtrichtung vor der Kreuzung Mülheimer Straße/Bismarckstraße die vorhandenen Grünflächen und einen Teil der angrenzenden Fahrbahn für den Fahrgastwechsel auszuweisen. Die Haltestellen-Provisorien werden durch Ampeln gesichert sein.