Grillo sieht keine Chance für Outlet in Duisburg-Marxloh

Gregor Herberhold
Die Firma Grillo befindet sich in unmittelbarer Nähe des geplanten Outlet-Centers. Es soll direkt hinter der Autobahn (oberer Bildrand) entstehen.
Die Firma Grillo befindet sich in unmittelbarer Nähe des geplanten Outlet-Centers. Es soll direkt hinter der Autobahn (oberer Bildrand) entstehen.
Foto: Hans Blossey
Die Bürgerinitiative Zinkhüttenplatz veröffentlichte ein Stellungnahme der in Duisburg-Marxloh ansässigen Firma Grillo. Das Papier war ihr zugespielt worden. Daraus geht hervor, dass es erhebliche Bedenken gegen ein Shopping-Center an der Stelle gibt. Die BI glaubt: Das war’s mit dem FOC.

Duisburg. Etliche der vom Factory-Outlet-Investor Roger Sevenheck in Auftrag gegebenen „Machbarkeitsgutachten“ sind nach Auffassung des in Marxloh ansässigen Unternehmens Grillo „unzulänglich“. Deshalb kommt die Leitung des Traditionsbetriebs zu dem Schluss: „Auf dieser Basis lässt sich eine rechtssichere Bauleitplanung nicht durchführen.“

Die Grillo-Stellungnahme ist der Bürgerinitiative Zinkhüttensiedlung (BI) zugespielt worden. Sie verteilte das 17-seitige Werk am Mittwoch an Jounalisten, aber auch an die Politik. Nach dem Motto: Solche Stellungnahmen gehören sofort in die Öffentlichkeit.

Bereits vor geraumer Zeit hatten die Bürger von der Stadt Duisburg die Herausgabe aller 52 Stellungnahmen der so genannten „Träger öffentlicher Belange“ verlangt. Das sind zum Beispiel die Nachbarstädte, die Industrie- und Handelskammer, die Energieversorger, die Wirtschaftsbetriebe und die Duisburger Verkehrsgesellschaft – um nur einige zu nennen. Doch die Stadt winkte ab. Der Beigeordnete Carsten Tum teilte mit, dass es keine Rechtsgrundlage dafür gebe. „Die Stellungnahmen dienen dem Prozess der Willensbildung“, ließ er die BI wissen. Auf Nachfrage der WAZ teilte die Stadt am Mittwoch mit: Die Stellungnahmen würden jetzt in die Gutachten eingearbeitet. Erst danach wird es eine Offenlegung geben. Sprich: Erst dann habe die BI Anspruch auf Einsichtnahme.

Die Vermarktung läuft erfolgreich

Frank Lompa von Sevenhecks German Development Group (GDG), die vor Ort das Outlet-Projekt betreut, erläuterte das weitere Verfahren so: Er werde in den kommenden Wochen und Monaten alle Stellungnahmen mit den Gutachtern erörtern. Unter Berücksichtigung der neuen Erkenntnisse müssten die Gutachten dann ergänzt, teilweise auch neu erstellt werden. Outlet-Sprecherin Barabara Vogt indes ist davon überzeugt, „dass das Outlet gebaut wird“. Die Vermarktung laufe „sehr erfolgreich“.

Die Knackpunkte, die Grillo anführt, sind so massiv, dass die BI davon ausgeht: „Das Outlet-Projekt dürfte sich damit erledigt haben.“

Unter anderem stellt das Marxloher Unternehmen klar, dass der Abstand zwischen seinen Produktionsanlagen und der geplanten Einkaufsmeile wegen der Störfallverordnung definitiv zu gering sei – egal wie man nachmesse. Zudem ist die Firma nicht bereit, Sevenheck ein Grundstück an der Weseler Straße zu verkaufen, auf dem der Projektentwickler 400 Stellplätze eingeplant hat. Weiterhin sagt Grillo ein Verkehrschaos in Marxloh voraus, falls das FOC komme.