Granatenexplosionen und Schüsse – Polizei verfolgt Spuren in Rockerszene

In der Nacht auf Donnerstag detonierte in diesem Wettbüro an der Ecke Molbergstraße/Kaiserswerther Straße in Duisburg eine Handgranate.
In der Nacht auf Donnerstag detonierte in diesem Wettbüro an der Ecke Molbergstraße/Kaiserswerther Straße in Duisburg eine Handgranate.
Foto: WAZ FotoPool
Die Polizei hat die Verbindung zwischen den Sprengstoffanschlägen auf ein Wettbüro am Donnerstag und ein Gebäude der Hells Angels kurz zuvor bestätigt: Gezündet wurden Splitterhandgranate desselben Typs. Im Zusammenhang mit der Rockerfehde stehen auch Schüsse auf ein Auto am 5. August.

Duisburg. Die Handgranate, die Unbekannte in der Nacht auf Donnerstag durch das Schaufenster eines Wettbüros in Duisburg-Wanheim geworfen haben, stammt aus dem ehemaligen Jugoslawien. Das haben die Ermittlungen der Duisburger Kriminalpolizei und des Landeskriminalamtes ergeben. Die Untersuchung bestätigte auch den Zusammenhang zum Anschlag auf ein Gebäude der Hells Angels in Rumeln-Kaldenhausen in der Nacht zu Montag (20. August): Die Granaten sind baugleich. Es handelt sich um Splitterhandgranaten des Typs M 75 aus dem Arsenal des ehemaligen jugoslawischen Militärs.

Die Kriminalpolizei Duisburg teilte nun auch offiziell mit, dass sie „Anhaltspunkte dafür hat, dass es sich in beiden Fällen um Auseinandersetzungen rivalisierender Rockerbanden handelt“. Die Täter seien zwar unbekannt. Die Polizei kündigte gleichwohl an, über die „andauernden Ermittlungen“ hinaus die „einschlägigen Treffpunkte“ der Rocker „verstärkt im Blick zu haben.“

24-jähriger Duisburger schoss auf Auto eines 33-Jährigen

Anlass dafür geben nicht nur die beiden Sprengstoffanschläge, die wohl im Zusammenhang mit dem Konflikt der rivalisierenden Motorradclubs Satudarah und Hells Angels stehen, und die Klagen beunruhigter Anwohner. Auch zu einer bislang ungeklärten Schießerei vom 5. August meldet die Polizei nun Ermittlungsergebnisse: An der Düsseldorfer Straße/Ecke Angertaler Straße hatte es mehrere Schüsse aus einem Wagen auf einen an der Ampel stehenden Pkw gegeben.

Bei dem Täter handelt es sich um einen 24-jährigen Duisburger. Er schoss auf den Wagen eines 33-jährigen Mannes, traf aber nur den Asphalt. „Wir konnten die Tatwaffe sicherstellen“, sagte Polizeisprecher Stefan Hausch. Zwar hätten beide Männer zu einem möglichen Tatmotiv geschwiegen, doch auch hier konnte im Laufe der Ermittlungen eine Verbindung zur Rockerfehde gefunden werden.

Der Duisburger Konflikt zwischen Hells Angels und Satudarah schwelt anscheinende erst seit diesem Jahr: Als Kriegserklärung an die Höllenengel hatte die Polizei den Anschluss des Rheinhauser Motorradclubs „Brotherhood Clown Town Duisburg“ an den MC Satudarah im Juni gewertet. Der niederländische Club, der mit Prostitution und Drogenhandel in Verbindung gebracht wird, ist mit den Hells Angels verfeindet. (pw/tric)