Gleich, und doch völlig unterschiedlich

„Das Verhältnis zwischen Höhe und Breite beträgt bei allen DIN-Formaten 1:√2. Dieses Verhältnis bewirkt die Selbstähnlichkeit aller Formate der DIN-Reihe.“ Ganz nüchtern beschreibt der Katalog zur Ausstellung im Künstlerhaus am Weidenweg, was die gemeinsame Grundlage für die Werke war, die eine Klasse der Kunstakademie Münster geschaffen hat: die Größe. Die Studierenden von Prof. Klaus Merkel haben auf der gleichen Fläche allerdings die unterschiedlichsten Werke abgeliefert. Bis zum 6. Juli sind sie in Kaßlerfeld zu sehen.

18 Bilder, die als Semesterarbeiten vorgelegt wurden, haben den Weg aus Münster nach Duisburg gefunden. Sie hängen nah beieinander, sind eben auch gleich groß und sollen wie die Seiten eines Buches wirken. Ohne Anfang und Ende, irgendwo aufgeschlagen und weitergeblättert. „Das soll einen endlosen Prozess darstellen“, erklärt Peter Withof vom Kunstverein. Damit würden die Werke in der Ausstellung der Vorstellung des individuellen Bildes entgegentreten, in ihrer Gesamtheit aber auch Widersprüche zulassen. Und die entdeckt man bei einem Rundgang bald. Ein Auge mit roten Äderchen im Anschnitt, neonleuchtende Objekte, ein kopfloser Körper, hier ein regelmäßiges Muster, dort ein organisch wirkendes – doch individuelle Arbeiten, betont Withof, sollten gar nicht in den Mittelpunkt rücken. So viele Bilder, so viele Künstlerinnen und Künstler sind hier auf engstem Raum versammelt, dass die Betrachter sie nur als Ganzes sehen können. Doch das lässt fragen, was ein einzelnes Bild letztlich eigentlich ist.

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