Gewissensfragen am Krankenlager

Am rechten Rand noch weiter rechts von der AfD tun sich in Sachen Selbstauflösung ebenfalls possierliche Dinge, und zwar bei den Ex-„Pro-NRW“-lern, die sich bekanntlich nun Republikaner nennen, nachdem sich Frontmann Mario Malonn mit der Pro NRW-Landespartei überworfen hatte.

Nicht mitmachen bei dem politischen „Umzug“ zu den Republikanern wollte Ratsherr Wolfgang Bißling, was er der Fraktion in einer Mail auch mitteilte. Im Rat ließ Neu-„Rep“ Malonn nun fragen, ob der Fraktionsaustritt Bißlings denn auf diesem digitalen Weg überhaupt rechtens und formal okay ist.

Dank der Ratsanfrage von Malonn kommt die Öffentlichkeit in den Genuss zu erfahren, dass sich der einstige Malonn-Weggefährte und nun fraktionslose Ratsherr Bißling offenbar am Krankenbett mit den Entscheidungen zu seiner politischen Heimat arg plagte. Denn Malonn kopierte Bißlings Abschieds-Mail kurzerhand in seine Anfrage an die Stadt. So erfahren wir, dass sich Bißling als Parteiloser zunächst auch für den Wechsel zu der neuen „Rep“-Fraktion entschieden hatte, dann aber „krankheitsbedingt“ das Bett habe hüten müssen und „viel Zeit zum Nachdenken gehabt“ habe. Dort reifte dann der Entschluss, doch nicht der Fraktion beizutreten: „Was macht es für einen Sinn, in die Partei nicht einzutreten, jedoch in der Fraktion tätig zu sein? Ich würde immer als parteiloses Ratsmitglied mit der neuen Partei in Verbindung gebracht und das war und ist nicht meine Intension“, ließ er Malonn wissen. Da sei „für Euch bitter“, schrieb er weiter, aber er sei an erster Stelle „meinem Gewissen verantwortlich“.

Übrigens dies auch formgerecht. Denn mit einen knappen „Ja“ beschied Rechtsdezernentin Daniela Lesmeister im Rat Malonns Nachfrage zum abtrünnigen Bißling.

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