Duisburg

Trinkerszene in Duisburg: Geschäftsleute unzufrieden mit Alkoholverbot in der City

Der Juwelier Lepping hat die Trinkerszene direkt vor dem Schaufenster sitzen
Der Juwelier Lepping hat die Trinkerszene direkt vor dem Schaufenster sitzen
Foto: Kathrin Migneda
  • Seit fünf Monaten gilt das Alkoholverbot in der Duisburger Innenstadt
  • Doch die Geschäftsleute sind unzufrieden
  • Sie fordern einen Trinkerraum für Duisburg

Duisburg. Das Alkoholverbot gilt seit fünf Monaten in der Duisburger Innenstadt. Doch wie erfolgreich ist es? Wird es im November fortgesetzt? Haben sich die Trinker einen neuen Treffpunkt gesucht? Wir haben uns in der Innenstadt umgeschaut.

Am Kuhtor entdecken wir eine kleine Gruppe, vier Männer sitzen und stehen an einem Metallbalken. Ob sie trinken, ist auf den ersten Blick nicht zu erkennen.

Modeladen Harders sieht die Trinker oft

Wir gehen zum Modeladen Harders, sprechen dort die Verkäuferinnen an. Die beiden Frauen sind sich einig. Das Alkoholverbot hat bis jetzt nicht viel gebracht. „Die treffen sich trotzdem hier vor der Tür. Wenn das Ordnungsamt kommt und die Männer verwarnt, dann laufen sie vielleicht eine Runde, aber danach sitzen sie wieder da‟, sagt die eine.

Beide Frauen berichten, dass sie auch schon auf dem Weg zur Arbeit angepöbelt wurden. Dann kommt Geschäftsführer Frank Grothwinkel dazu. Auch er ist von dem Alkoholverbot nicht überzeugt. „Am Anfang hat die Stadt hart kontrolliert. Aber mit der Zeit haben die Kontrollen nachgelassen. Die Szene trifft sich weiterhin hier. Teilweise reihen die ihre kleinen Schnapsflaschen demonstrativ vor sich auf.‟

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Trinker haben kein Geld

Frank Grothwinkel glaubt, „dass bei den Trinkern auch nicht viel zu holen ist. Wenn die Stadt ein Bußgeld ausspricht, ist doch oft gar nicht klar, ob die Menschen das bezahlen können. Eigentlich müsste man den Suchtkranken anders helfen, als mit einem Verbot‟, findet er.

Ralph Lepping führt ein Juweliergeschäft

Nebenan bei Juwelier Lepping berichtet Inhaber Ralph Lepping, dass sich die Trinker täglich vor seinen Schaufenstern treffen: „Das Problem besteht ja schon seit zehn Jahren. Im Sommer können wir unsere Bürofenster im ersten Stock nicht öffnen, weil die Männer laut schreien und sich beschimpfen.‟

Er erzählt weiter, dass er zwei kleine Kinder habe. Er möchte nicht, dass sie mit diesen Bildern aufwachsen. Der Streetworker, der seit September im Einsatz ist, den hat er auch schon gesehen.

Juwelier fordert einen Trinkerraum für Duisburg

Ralph Lepping sagt: „Aber auch der Streetworker kann die Menschen nicht von diesem Ort abhalten. Was wir hier brauchen, ist ein Trinkerraum. Ich glaube, dass die Männer sich das Trinken nicht verbieten lassen. Das Ordnungsamt kommt zwar noch regelmäßig, aber trotzdem seltener als zu Beginn des Verbots, als noch alle Medien regelmäßig von hier berichtet haben.‟

Das Problem, das die Geschäftsleute in der Innenstadt mit der Szene haben, sei die Aggressivität mit steigendem Alkoholpegel. Außerdem würden die Männer ihre Notdurft an den Häuserzeilen verrichten. Kein schönes Bild in der Duisburger Innenstadt.

Die Stadt Duisburg will bald eine Bilanz zum Alkoholverbot ziehen. Bei uns erfährst du dann, ob das Alkoholverbot überhaupt sinnvoll für die Innenstadt ist und wie es weiter geht.

 
 

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