Duisburg

„Germanys Muslims“: Das ist aus der muslimischen Bürgerinitiative in Rocker-Kutten geworden

  • „Germanys Muslims“ trat nie öffentlich in Erscheinung
  • Polizei registrierte keine Aktivitäten
  • „Bürgerinitiative“ in Rocker-Kutten sorgte für Wirbel

Duisburg. Im vergangenen Sommer sorgten sie für mächtig Aufregung im Netz. In Mönchengladbach gründeten sich die „Germanys Muslims“, eine Art muslimische Bürgerwehr.

Dazu traten sie in martialischen Rocker-Kutten mit geheimer Symbolik auf. Doch was wurde aus der Gruppe, die auch Ableger in Münster und Stuttgart gefunden haben soll? DER WESTEN hat nachgeforscht.

„Germanys Muslims“: Polizei registriert keine Aktivitäten

Die Antwort: Nichts. Oder zumindest sind sie nie offen in Erscheinung getreten. „Es handelt sich wohl nur um zwei, drei aktive Personen“, so ein Sprecher der Polizei Mönchengladbach. „Wir wissen aktuell nichts über sie, weil sie keine Aktivitäten zu verzeichnen haben.“

Dabei war der Hype und die Aufregung im vergangenen Jahr groß. Sogar der britische „Express“ hatte damals über die Muslime in Rocker-Kutten berichtet.

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Bürgerinitiative organisiert wie Rocker

Die selbst ernannte Bürgerinitiative war organisiert wie eine Rocker-Organisation. „President“ und Gründer war der Duisburger Konvertit Marcel K, der sich in Facebook auch Salam Mahmud nannte. Sein „Sergeant“ soll als islamistischer Gefährder von der Polizei eingestuft worden sein.

Innerhalb kurzer Zeit hatte die Facebook-Seite der „Germanys Muslims“ über tausend Follower.

Ihnen ging es damals nach eigener Aussage darum, ein friedliches Miteinander zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen zu fördern und nicht um Gewalt.

Auch auf Facebook nicht mehr zu finden

Ein Sprecher der Gladbacher Polizei sagte am Dienstag gegenüber DER WESTEN: „Es war keine Bürgerwehr. Der Gruppe ging es um den Gedanken dem islamistischen Extremismus entgegenzutreten und Leute, die auf dem falschen Weg sind, zurückzuholen.“

Überraschend, wenn man bedenkt, dass es sich bei dem „Sergeant“ der Gruppe um einen islamistischen Gefährder handeln soll. „Er hat vielleicht die Seiten gewechselt“, mutmaßt der Polizeisprecher.

Und die Kutten und ihre Symbolik? „Um aufzufallen, haben sie Kutten getragen. Das hat bekanntlich einen hohen Wiedererkennungswert“, heißt es von der Polizei.

Die Gruppe wurde vom Staatsschutz und der Polizei beobachtet. Doch die anfängliche Aufregung legte sich schnell. Mittlerweile sind die „Germanys Muslims“ auch in Facebook nicht mehr zu finden.

 
 

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