Gericht entscheidet bald über einen Loveparade-Prozess

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Staatsanwaltschaft hat wichtige Unterlagen nachgereicht. Jetzt müssen die Beschuldigten Stellung nehmen. Entscheidung möglicherweise im Frühjahr.

Duisburg.. Noch im Oktober sah es so aus, als ob sich das Loveparade-Verfahren um unabsehbare Zeit verzögern würde, doch in diesen Tagen hat die Staatsanwaltschaft fehlendes und dringend eingefordertes Material nachgereicht. Geht es nach dem üblichen Prozedere, müsste das Landgericht Duisburg im Frühjahr endlich darüber entscheiden, ob und wann der Prozess eröffnet wird.

„Die Unterlagen gehen gerade an die Prozessbeteiligten, an die Beschuldigten und ihre Verteidiger, raus. Das Gericht wird ihnen dann eine Frist für eine Stellungnahme setzen“, erklärt Bernhard Kuchler, der Sprecher des Landgerichts.

Zuletzt hatten die Verteidiger das von der Staatsanwaltschaft in Auftrag gegebene Gutachten des britischen Panikforschers Professor Keith Still, wie berichtet, heftig kritisiert.

Inhaltlich, aber auch, weil ihrer Meinung nach eine Mitarbeiterin von Still durch ihre gleichzeitige Beschäftigung mit der Loveparade-Katastrophe im NRW-Innenministerium befangen gewesen sei. Außerdem habe Still eine andere Mitarbeiterin intensiver als zulässig an seinem Gutachten beteiligt.

Neue Übersetzung des umstrittenen Gutachtens

„Die Staatsanwaltschaft hat jetzt Stellungnahmen von Still und den beiden Mitarbeiterinnen eingereicht, außerdem eine neue Übersetzung des Still-Gutachtens“, so Kuchler. Eine der Frauen hatte der Staatsanwaltschaft zuvor bereits mündlich erklärt, inhaltlich nicht an dem Gutachten beteiligt gewesen zu sein.

Inzwischen liegen dem Gericht darüber hinaus auch jene Dateien vor, Bilder und Videos von der Loveparade, die die Staatsanwaltschaft vergessen hatte, der Anklageschrift beizulegen. „Ein Versehen“, wie man betont hatte.

 

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