Geplante Themeninseln auf der Duisburger Bahnhofsplatte teurer als geplant

Oliver Schmeer und Willi Mohrs
Die Guerilla-Gärtner, die auf der Duisburger Bahnhofsplatte einen grünen Teppich ausgerollt haben, sind „überführt“ und „geständig“.
Die Guerilla-Gärtner, die auf der Duisburger Bahnhofsplatte einen grünen Teppich ausgerollt haben, sind „überführt“ und „geständig“.
Foto: privat
Seit Ende 2010 tut sich nichts auf der Duisburger Bahnhofsplatte. Zuletzt versprach der Chef der Innenstadt Duisburg Entwicklungsgesellschaft, (IDE), Ralf Oehmke: „Wir fangen auf jeden Fall in diesem Sommer an.“ Nun wird eine neue Platten-Panne bekannt: Für die eingeplante Summe kann die Betonwüste offenbar gar nicht umgestaltet werden.

Duisburg. Zart grünt das Rathaus aus Rollrasen auf dem Betongrau der Bahnhofsplatte: In einem „Bekennerschreiben“ haben die Bündnisgrünen die Verantwortung für die geheime Pflanzaktion am Samstagabend übernommen.

„Seit einigen Wochen haben wir die Aktion geplant und die Umsetzung ist das Ergebnis von zwei Stunden Arbeit von bündnisgrünen Hobbygärtnern aus dem gesamten Stadtgebiet“, „gesteht“ Ratsfrau Claudia Leiße. Über ihre Facebook-Seite hatten sich die „r“ verabredet und mit Bedacht die Zeit des Deutschlandspiels gegen Portugal gewählt: „Wir wollten möglichst ungestört sein.“

Nicht von ungefähr hängt am Zaun ein Plakat der grünen OB-Kandidatin Ingrid Fitzek: „Mit dieser Aktion soll deutlich gemacht werden, dass die Bürger die Bahnhofsplatte zu Recht als öde empfinden. Wir reden nicht nur von Bürgerbeteiligung, sondern praktizieren sie auch.“ Die Grünen wollen die bepflanzte Fläche weiter pflegen, wünschen sich aber auch aktive Beteiligung und weitere Ideen aus der Bürgerschaft.

Planungsbüros sollen sich verrechnet haben

Ralf Oehmke, Chef der Innenstadt-Entwicklungsgesellschaft IDE und damit „Herr der Platte“, will der Aktion einen gewissen Charme nicht absprechen und sieht zumindest „akut“ keinen Handlungsbedarf, die außerplanmäßige Bepflanzung zu entfernen.

Weniger spaßig sind die neuesten Nachrichten zur Zukunft der Platte. Denn jetzt erklärt sich, warum die erste Ausschreibung Anfang des Jahres scheiterte und das einzige Angebot über dem eingeplanten Kostenrahmen von 2,5 Millionen Euro lag und auch ein zweiter Anlauf erfolglos blieb: Die beauftragten Planungsbüros sollen sich offenbar schlicht in der Kostenkalkulation verrechnet haben. Für den vorgegebenen Preis lassen sich die geplanten Themeninseln nicht realisieren. In der Sondersitzung des Planungsausschusses am 18. Juni soll auch der Chef des Wettbewerbssiegers KLA, Andreas Kipar, Rede und Antwort stehen, wie es zu der neuerlichen Panne kommen konnte.

Mit Hochdruck wird derzeit jedenfalls von Architekten und Stadtplanern an modifizierten Plänen gearbeitet, deren Umsetzung vor allem nicht teurer ausfallen soll als es der bisher einkalkulierte Kostenrahmen vorsieht. Unvermeidbar aber dürfte eine erneute Ausschreibung der Deckelgestaltung sein. Ob die Arbeiten an der öden Platte dann überhaupt noch in diesem Jahr beginnen können, ist weiter mehr als fraglich.