Geldregen durch die „Hundepolizei“

Daniel Wiberny
Da konnte die Stadt einige Striche machen. Dank der stark angestiegenen Anmeldezahlen hat sich der Hundebestand in Duisburg auf aktuell 23865 erhöht.
Da konnte die Stadt einige Striche machen. Dank der stark angestiegenen Anmeldezahlen hat sich der Hundebestand in Duisburg auf aktuell 23865 erhöht.
Foto: WAZ FotoPool

Duisburg. Die „Hundepolizei“ spült ordentlich Geld in die klamme Duisburger Stadtkasse. Seit Mitte Februar dieses Jahres sind die Dame und der Herr des „Amtes für Rechnungswesen und Steuern“ in den Stadtteilen Hundehaltern auf der Spur, die ihre Vierbeiner eventuell nicht angemeldet haben. Und die Kontrollgänge von Tür zu Tür zeigen Wirkung, wie der Sachgebietsleiter Wolfgang Jankowski auf Anfrage bestätigt.

Die Anmeldezahlen seien seitdem sprunghaft gestiegen, der Hundebestand um 1461 auf derzeit schon 23 865. Die Stadt verzeichne bei der Hundesteuer aktuell ein Plus von 150.000 Euro. Das ist mehr als erwartet und umso bemerkenswerter, weil die Zahl der angemeldeten Hunde von Haltern, vor allem Hartz-IV-Empfänger, die keine Steuer bezahlen müssen, parallel auch überraschend stark angestiegen sei.

Im Sinne der Steuergerechtigkeit

„Wir sind sehr zufrieden, hatten für dieses Jahr mit einem Plus von 130.000 Euro geplant“, so Jankowski, der sich auch über einen anderen Aspekt freut: „Bisher hat es so gut wie keinen Streit, keinen Konflikt gegeben. Die Menschen sind vielmehr im Sinne der Steuergerechtigkeit häufig sehr hilfreich und geben Tipps, welche Hunde gegebenenfalls noch nicht angemeldet sein könnten.“

Das in Zivil gekleidete Duo – geschult, freundlich und ruhig zu bleiben – bekommt bei manchen Hundehaltern allerdings schon bemerkenswerte Ausreden zu hören. Der Klassiker: „Der ist mir zugelaufen.“ Wer seinen Hund aber nachweislich nicht angemeldet hat, stellt Jankowski klar, muss mit Nachzahlungen und auch mit Bußgeldern rechnen – je nachdem, wie lange Bello und Co. schon keine blaue Hundemarke tragen.

Jede Woche woanders zu Besuch

20 Prozent der Haushalte habe das Duo bisher in 40 verschiedenen Stadtteilen besucht. Woche für Woche ist die „Hundepolizei“ woanders. Was laut Wolfgang Jankowski auffällig ist: „In dem Ortsteil, in dem gerade kontrolliert wird, steigen die Anmeldezahlen sofort an. Es spricht sich also offensichtlich schnell herum.“ 132 Euro koste die Hundesteuer pro Jahr bei einem Tier, für zwei zahle der Halter je Hund 168 Euro, 192 Euro bei drei und mehr Tieren.

Zwei Jahre, so der bisherige Plan, soll die „Hundepolizei“ insgesamt in den Stadtteilen unterwegs sein. „Anfang 2014 werden wir eine Bestandsaufnahme machen. Abhängig vom Erfolg könnte es sein, dass wir verlängern.“