Geisterbaustelle in Duisburg-Ruhrort wird teuer

Willi Mohrs
Eine Woche lang umkurvten die DVG-Busse eine Baustelle, auf der sich nichts tat.
Eine Woche lang umkurvten die DVG-Busse eine Baustelle, auf der sich nichts tat.
Foto: WAZ FotoPool
Die DVG muss in Duisburg-Ruhrort Rücksicht auf Bauarbeiten an einer Fassade nehmen. Deshalb fahren dort statt der üblichen Straßenbahnen nur noch Busse. Doch bisher tat sich nichts auf der Baustelle. Die DVG zeigt sich über den Stillstand verwundert und fragt sich, wer die Kosten dafür übernimmt.

Duisburg. Nun können die Fahrgäste der DVG-Linie 901 endlich sehen, warum sie für die Fahrt durch Ruhrort von der Bahn in den Bus wechseln müssen und wieder zurück: Die Gerüstbauer haben angefangen. Das meldete die städtische Baubehörde von der Fabrikstraße.

Dort müssen nämlich Fassade und Dach eines Hauses dringend saniert werden. Doch für die Arbeiten ist der Gehweg zu schmal, die Baustelle ragt in die Straße und damit in den Schienenbereich der DVG. Daher müssen zwischen Laar und Kaßlerfeld Busse verkehren, die die Baustelle leichter umkurven können. 33.000 Fahrgäste nutzen im Tagesdurchschnitt die Linie 901, viele davon auch auf dem Teilstück, das seit gut einer Woche per Schienenersatzverkehr überbrückt wird.

Auch die DVG selbst ist verwundert

Doch die DVG-Kunden rieben sich in der vergangenen Woche die Augen: So ein Aufwand, und auf der Baustelle tut sich nichts? Verwunderung auch bei der DVG, die von einem Baubeginn am 25. November ausgegangen war und mit entsprechendem Vorlauf die Planungen für die aufwändige Bus-Bahn-Kombination aufgenommen hatte. Schließlich müssen die Anschlüsse genauestens abgestimmt sein, um Verspätungen in Grenzen zu halten. Für insgesamt vier Wochen sind die Bauarbeiten an den schadhaften Gebäudeteilen im Hafenstadtteil terminiert, müssen acht DVG-Haltestellen von Bussen angefahren werden statt per Straßenbahn. Vor Weihnachten sollte eigentlich der Bus-Ersatz zwischen den Stationen Scholtenhofstraße in Laar und Scharnhorststraße in Kaßlerfeld enden.

Und der Aufwand kostet: „Jenseits der 100.000 Euro“, kalkuliert man beim städtischen Verkehrsunternehmen. „Die DVG geht zunächst in Vorleistung“, hieß es auch. Man werde aber durchaus prüfen, ob und bei wem man die Kosten möglicherweise geltend machen könne. Schließlich unterliege die DVG laut Konzessionsvertrag mit der Stadt einer Beförderungspflicht. Bei der Stadt besteht bei der Frage, wer die Kosten für den Ersatzverkehr zu tragen habe, Klarheit: „Wir nicht.“