Gehört Duisburg zum Rheinland oder nicht?

Sinan Sat
Ruhr und Rhein prägen die Stadt Duisburg. Foto: Hans Blossey
Ruhr und Rhein prägen die Stadt Duisburg. Foto: Hans Blossey
Foto: 123luftbild/Das Fotoarchiv.

Duisburg. Das Rheinland will sich künftig vom Ruhrgebiet stärker abgrenzen. Grund dafür sei der fehlende Zusammenhalt zwischen Rhein und Ruhr. Der Düsseldorfer IHK-Chef Udo Siepmann ordnet Duisburg dabei dem Revier zu. Das stößt auf Kritik.

Das Rheinland strebt die Trennung vom Ruhrgebiet an. Dabei ordnet der Initiator dieser Idee, der Düsseldorfer IHK-Chef Udo Siepmann, Duisburg dem Revier zu. Obwohl ein Drittel der Bürger linksrheinisch wohnt und eher zum Niederrhein tendiert. Diese Zuteilung stößt indes in Duisburg auf Kritik. „Das Rheinland formiert sich und versucht mit dem Ruhrgebiet Schritt zu halten. Duisburg hat immer schon eine Scharnierfunktion zwischen den beiden Regionen erfüllt und wird es auch in Zukunft tun. Es ist bedauerlich, dass wir zu den Gesprächen nicht eingeladen wurden“, sagt Ralf Meurer, Geschäftsführer der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung Duisburg.

Sollten die Planungen dazu führen, dass das Rheinland sich mobilisiert, um sich letztendlich auf Augenhöhe gemeinsam mit dem Ruhrgebiet international zu präsentieren, dann sei dieser Schritt sehr zu begrüßen, erklärt Ralf Meurer.

Debatte um Zuordnung künstlich?

Ähnlich enttäuscht zeigten sich auch der Hauptgeschäftsführer der IHK-Duisburg, Stefan Dietzfelbinger, und der Marketingchef der Stadt, Uwe Gerste. „Duisburg liegt mit vielen Kilometern am Rhein und ist in seiner Wirtschaftsstruktur entscheidend davon beeinflusst. Die Debatte um die Zuordnung der Stadt ist künstlich. Es gibt enorme Verflechtungen zwischen Düsseldorf und Duisburg. Bislang ist die Neuordnung nur der Wunsch von Udo Siepmann“, sagt Dietzfelbinger. Der Duisburger IHK-Geschäftsführer räumt ein, von den Planungen „etwas überrascht“ worden zu sein. Duisburg dürfe bei den Planungen im Rheinland nicht außen vor gelassen werden.

Auch bei der Duisburger Marketing Gesellschaft ist man enttäuscht darüber, dass es bislang keine gemeinsamen Gespräche zu diesem Thema gegeben hat. „Wir reden hier zunächst über eine Initiative der IHK Düsseldorf. Ob diese wirklich zu Neubildungen von Metropolregionen führt, bleibt abzuwarten. Im internationalen Vergleich wäre es sicherlich wünschenswert, die jetzige Metropolregion Rhein-Ruhr beizubehalten, jedoch stärker mit Leben zu füllen“, sagt Uwe Gerste. Duisburg sei allein aufgrund seiner geographischen Lage immer Scharnier zwischen der Rheinschiene und dem Ruhrgebiet, völlig unabhängig von der Initiative der Düsseldorfer IHK. „Duisburg braucht keine Angst vor einer möglichen Neuorientierung Dritter zu haben, sondern muss sich auf seine eigenen Stärken konzentrieren.“

Unter Druck

Udo Siepmann war urlaubsbedingt nicht zu erreichen. Ein Sprecher der IHK-Düsseldorf verwies an den Geschäftsführer der Industrie- und Handelskammer in Krefeld, die ebenfalls maßgeblich an den Planungen beteiligt sein soll. „Oberbürgermeister und Landräte im Rheinland beobachten seit langem, wie stark sich das Ruhrgebiet als Block präsentiert, wie zum Beispiel bei der Expo Real. Wir stehen dadurch unter Druck. Auch im Wettbewerb um Wirtschaftsförderungsmaßnahmen. Das Projekt Rhein-Ruhr wird nicht gelebt“, sagt Dieter Porschen, Hauptgeschäftsführer der IHK-Krefeld.