Gefühltes Hufescharren und empirische Erkenntnisse

Foto: WNM

Duisburg. Hört man es oder meint man es nur zu hören, wenn man durch das Rathaus und andere städtische Behördenbauten geht? So eine eigenartige Mischung von Hufescharren und Wühlen in hintersten Schubladenbereichen.

Acht Jahre Sauerland sind vorbei, acht Jahre sozialdemokratischer Machtlosigkeit im 6000-Mitarbeiter-Apparat Stadtverwaltung nach über 50 Jahren SPD-Dominanz.

Schon am Tag 1 nach Abwahl des ersten christdemokratischen Oberbürgermeistern nach 1948 war zu vernehmen, dass der eine oder andere mit Verweis auf langjährige SPD-Treue auch in harten schwarzen Zeiten Ansprüche angemeldet oder zumindest leise Hoffnungen geäußert habe auf karrieremäßiges Durchstarten.

Auf der Suche nach Parteibüchern

Auch soll in der einen oder anderen Amtsstube in den Tiefen von Aktenschränken oder untersten Schubladen nach Parteibüchern gesucht worden sein, die acht Jahre lang lieber nicht beachtet wurden.

Dabei ist es kein Geheimnis, dass zumindest in der SPD gerade in der Zeit nach Sauerlands Amtsantritt durchaus aufmerksam registriert wurde, wer noch die Nähe zu der Partei suchte, ohne deren Gunst man angeblich einst noch nicht einmal Tonnenroller bei der Müllabfuhr werden konnte.

"Gästeflucht"

Erstaunliches war gestern auch von Uwe Gerste zu hören, Chef der Duisburg Marketing-Gesellschaft und zuvor langjähriger CDU-Ratsherr, der in der Vergangenheit nicht müde wurde, die von der rot-rot-grünen Ratsmehrheit einführte Bettensteuer als schädlich für die Duisburger Hotellerie zu geißeln. Sogar von „Gästeflucht“ war die Rede beim Chef der städtischen Tochter DMG. Die jüngsten Übernachtungszahlen, nach der OB-Abwahl veröffentlicht, versah Gerste nun mit der Anmerkung, eine Auswirkung der Matratzenmaut aufs Gästeverhalten sei empirisch nicht nachzuweisen.

Dass die Abstimmungszahlen vom letzten Sonntag einen Einfluss auf Gerstes Erkenntnis haben könnten, liegt nahe, ist aber zugegebenermaßen ebenfalls empirisch nicht nachzuweisen.

 
 

EURE FAVORITEN