Gedenken am Jahrestag der Loveparade-Katastrophe – es wird kleiner und stiller

Baustelle Loveparade-Gedenkstätte: Zum dritten Jahrestag der Katastrophe mit 21 Toten und mehr als 500 körperlich Verletzten soll die Gedenkstätte am Ort der Katastrophe fertig sein.
Baustelle Loveparade-Gedenkstätte: Zum dritten Jahrestag der Katastrophe mit 21 Toten und mehr als 500 körperlich Verletzten soll die Gedenkstätte am Ort der Katastrophe fertig sein.
Foto: WAZ FotoPool
Die Gedenkfeier am 3. Jahrestag der Loveparade-Katastrophe naht. Die Hinterbliebenen der 21 Todesopfer werden am 24. Juli erstmals die baulich fertige Gedenkstätte betreten. Zur öffentlichen Gedenkveranstaltung sind auch Hannelore Kraft und Kurt Krieger eingeladen.

Duisburg.. Kleiner und stiller wird sie werden, die Gedenkfeier am 3. Jahrestag der Loveparade-Katastrophe: Wenn in fünf Wochen die Hinterbliebenen und Betroffenen des Todes-Desasters vom 24. Juli 2010 nach Duisburg kommen, werden sie erstmals in einer zumindest baulich fertig gestellten Unglücks-Gedenkstätte der 21 Toten und der mehr als 500 Verletzten gedenken können.

Am Abend des gleichen Mittwochs, 24. Juli 2013, lädt die Stadt Duisburg ab 19.30 Uhr dann zu einer zentralen öffentlichen Gedenk-Veranstaltung in die Salvatorkirche ein. Wer aber daran teilnehmen und sprechen wird - bzw. wer nicht - ist nach Worten einer Sprecherin der Stadt derzeit noch etwas ungewiss. Ebenso wie der verbindliche Ablauf und die genauen Inhalte dieser Veranstaltung.

Eingeladen, aber noch ohne Zusage, sind u.a. Hannelore Kraft, Ministerpräsidentin des Landes NRW, wie auch der Berliner Möbel-Händler Kurt Krieger, der im Zusammengang mit der Loveparade-Gedenkstätte auf seinem Firmengelände als großzügiger Sponsor agiert hat. Er hat im vergangenen Februar die Bauarbeiten für die Gedenkstätte in Auftrag gegeben. An der Rampe vom Karl-Lehr-Tunnel zum Gelände des früheren Güterbahnhofs, wo am 24. Juli 2010 im Gedränge 21 Menschen zu Tode kamen und einige Hundert verletzt wurden. Das Stellwerkhäuschen - für viele Hinterbliebene emotional stark belegt - wurde abgerissen. Eine Gedenktafel erinnert an das Geschehen.

Spezialseiten Erstmals werden also jetzt Hinterbliebene wie Opfer - begleitet von Notfallseelsorgern der evangelischen Landeskirche - die neue Raumsituation am Unglücksort erleben. Dieses Gedenken wird – wie in den vergagenen Jahren – nicht öffentlich sein. Der Karl-Lehr-Tunnel wird für die Dauer dieser Besinnung am Nachmittag des 24. Juli abgesperrt sein. Am Abend zuvor will die neu geründete Initiative „Lopa2010“ so wie im Vorjahr geschehen, im Tunnel eine „Nacht der 1000 Lichter“ zum Gedenken an das Geshehen veranstalten.

Missverständnis ausgeräumt

Bereits am 19. Juli ist im Tageszentrum „Kleiner Prinz“ eine Diskussions-Veranstaltung zum Stand der Ermittlungen und weiterer Erkenntnisse geplant.

Die Stadt werde, so berichtet der im April neu berufene Loveparade-Ombudsmann Jürgen Widera, einen kleinen wegweisenden Veranstaltungs-Kalender rund um den dritten Jahrestag ins Netz stellen. Unterdessen geklärt und beigelegt, so Widera, seien Missverständnisse und Irritationen rund um anfallende Reisekosten. Er erinnerte in diesem Zusammennhang daran, dass die Stadt Duisburg laut Ratsbeschluss bis zu 50.000 Euro pro Jahr zur Verfügung stelle, um eine jährlich wiederkehrende Gedenkveranstaltung im würdigen Rahmen zu ermöglichen.

Unterdessen ist der evangelische Pfarrer Widera in seiner Funktion als Ombusmann in den vergangenen zwei Monaten für den einen oder anderen individuell aktiv geworden. „Es wenden sich Menschen an mich, die Unterstützung brauchen und die keinen Rückhalt durch Vereine oder Anwälte haben“, sagt er. Einer Frau versucht er derzeit bei der beruflichen Wiedereingliederung nach dem Trauma durch die Katastrophe zu helfen; eine andere benötigt psycholgische Beratung. Heute, so Widera, habe er einen Termin mit einem Loveparade-Betroffenen, von dem er noch nicht genau wisse, was der Hilfewunsch sein werde. Darüber hinaus, so Widera, führe er jede Menge Gespräche, um seine Position als neuer Ombudsmann - als Vermittler zwischen der Stadt und den Betroffenen – zu vernetzen: „Aber drei Jahre danach spürt man doch, dass es weniger wird, mit den Hilfegesuchen und Nachfragen.“

 
 

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