"Geblitzter" Polizist wirft der Stadt Duisburg Abzocke vor

Daniel Wiberny
Die Steinsche Gasse in der Duisburger Innenstadt ist derzeit Tempo-20-Zone.
Die Steinsche Gasse in der Duisburger Innenstadt ist derzeit Tempo-20-Zone.
Foto: Stadt Duisburg
Seit einigen Monaten wird an der Steinschen Gasse in Duisburgs City häufiger „geblitzt“. Der Grund: zu hohe Geschwindigkeit im Bereich der Baustellen-Engstelle. Dienstag stand der Radarwagen wieder am Straßenrand, und erwischt wurde ein Polizist. Der spricht von Abzocke und will sich wehren.

Duisburg. Seit Mai führt die Stadt wegen der „Stadtfenster“-Baustelle immer wieder Geschwindigkeitskontrollen auf der Steinschen Gasse durch. So auch Dienstag zwischen 6.40 und 9.10 Uhr auf den beiden Fahrspuren in Richtung Marientor/Plessingstraße – zum Ärger von Autofahrern wie dem Duisburger Michael Nehren, der die Blitzaktionen in der Tempo-20-Zone für reine Abzocke hält.

Als Polizeibeamter, der in Düsseldorf arbeitet, stehe er für Recht und Ordnung. „Aber diese Kontrollen sind des Guten zuviel“, so Nehren. Er sei Dienstag mit etwa 30 km/h auf dem Tacho „erwischt“ worden. „Mir wurde vor Ort gesagt, dass schon ab 29 km/h geblitzt wird. Abzüglich 3 km/h Toleranz bedeutet dies, dass ich schon bei 26 km/h ein Verwarngeld bekomme.“ Er werde dagegen gerichtlich vorgehen.

Weitere Maßnahmen der Ordnungsbehörde erforderlich

Zudem sei das Tempo-20-Schild aus der Schwanenstraße kommend kaum zu erkennen – eine Einschätzung, die die Stadt überhaupt nicht teilt. Sie spricht zudem von einer Gefahrenstelle auf der Steinschen Gasse, verweist auf eine Kampagne des NRW-Innenministeriums zum Schutz schwächerer Verkehrsteilnehmer und auf zahlreiche Geschwindigkeitsüberschreitungen in der Vergangenheit.

Bei neun laufenden Kontrollen habe die Überschreitungsquote zu Beginn der Messungen bei über 60 Prozent gelegen, Dienstag immer noch bei fast 43 Prozent. Die durchschnittliche Höchstgeschwindigkeit betrage in diesem Bereich 66 km/h. Dies sei nicht akzeptabel. Weitere Maßnahmen seitens der Ordnungsbehörde seien erforderlich.