Gebag in Duisburg hat nur wenig freie Wohnungen für Zuwanderer aus Südosteuropa

Ingo Blazejewski
Die Politik in Duisburg will Zuwanderer aus Südosteuropa, die derzeit vorwiegend im Bergheimer Problemhaus gemeldet sind, dezentral unterbringen. Hier soll die städtische Immobilientochter Gebag helfen.
Die Politik in Duisburg will Zuwanderer aus Südosteuropa, die derzeit vorwiegend im Bergheimer Problemhaus gemeldet sind, dezentral unterbringen. Hier soll die städtische Immobilientochter Gebag helfen.
Foto: Oliver Berg
Nach einem Ratsbeschluss sollen Zuwanderer aus Südosteuropa dezentral in Gebag-Wohnungen untergebracht werden. Die städtische Immobilientochter in Duisburg arbeitet bereits am Konzept, geplant sind etwa Sprechzeiten mit Dolmetschern. Es sind aber wohl weniger Wohnungen frei, als sich die Politiker erhofft hatten.

Duisburg. Der ein oder andere Gebag-Mieter wird sich vermutlich bereits fragen, ob denn wohl bald die ersten Zuwanderer aus Südosteuropa in die leerstehende Wohnung nebenan einziehen werden. Schließlich hatte der Rat beschlossen, dass die städtische Wohnungsbaugesellschaft kurzfristig ein Handlungskonzept zur Unterbringung vorlegen soll. Gebag-Chef Utz Brömmekamp reagiert darauf allerdings wenig überrascht. „An diesem Konzept sind wir dran. Das Thema ist für uns ja keineswegs neu. Wir sind doch ohnehin ständig im konstruktiven Austausch mit der Sozialverwaltung“, sagt Brömmekamp der NRZ.

Südosteuropäer müssen Miete selbst zahlen - im Gegensatz zum Asylbwerber

Allerdings stand dabei bisher die Unterbringung von Asylbewerbern im Vordergrund. Der Unterschied: Für Flüchtlinge aus Syrien beispielsweise, die hier Asyl beantragen, hat die Stadt für die Unterbringung zu sorgen. Sie kann dafür Wohnungen „beschlagnahmen“, zahlt dann der Gebag die Miete und kann die Asylbewerber entsprechend „zuweisen“. Anders sieht der Fall bei Zuwanderern aus Bulgarien und Rumänien aus: Sie sind EU-Bürger, dürfen den Wohnort und selbstverständlich auch die Wohnung frei wählen. Wie also will man „integrationswilligen Zuwanderern“ die Wohnung überhaupt anbieten und wer wird sie im Endeffekt bezahlen?

Wohnungsbaugesellschaft hat weniger Leerstand als vermutet

Der Gebag-Chef nennt mehrere Ansätze: Zwar sei die Stadt zunächst nicht für die Unterbringung in der Pflicht, aber sie sei zumindest am nächsten dran. Was die Gebag dabei tun könne: „Wir können zum Beispiel spezielle Sprechstunden anbieten, bei denen auch entsprechende Dolmetscher dabei sind.“

Allerdings stehen bei der Gebag längst nicht so viele Wohnungen leer, wie vielleicht vermutet: 12.378 Wohnungen gehören aktuell zum Bestand. Die offizielle Leerstandsquote liegt bei rund acht Prozent. Darunter fallen aber auch die Wohnungen, die gerade modernisiert, umgebaut, abgerissen oder verkauft werden sollen, erklärt Brömmekamp: „Tatsächlich bezugsfertig sind rund zwei Prozent der Leerstände“.

Bewohner müssen in die Hausgemeinschaften passen

Doch selbst daraus dürfe man nicht gleich das Potenzial ableiten. „Es muss in die jeweilige Hausgemeinschaft passen. Denn wir müssen bei diesem Konzept natürlich auch darauf achten, dass wir den Leerstand damit nicht vergrößern.“

Auch in finanzieller Hinsicht sieht der Gebag-Chef Möglichkeiten. „Für Umbaumaßnahmen zur Unterbringung gibt es die Chance auf EU-Mittel.“ Womöglich kämen dafür zwei große Hauseinheiten in Frage, allerdings müssten diese auch erst umfangreich renoviert werden.