Gebag-Geschäftsführerin soll Bonus erhalten

Svenja Aufderheide, Ingo Blazejewski
Marianne Wolf-Kröger, Vorstand der Gebag und Geschäftsführerin der DBV. Foto: Stephan Eickershoff / WAZ FotoPool
Marianne Wolf-Kröger, Vorstand der Gebag und Geschäftsführerin der DBV. Foto: Stephan Eickershoff / WAZ FotoPool
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Aufsichtsrat muss am Montag über 20 000 Euro entscheiden, die auf das Konto von Marianne Wolf-Kröger fließen sollen. Gleichzeitig steht ihre Abberufung als DBV-Geschäftsführerin auf der Tagesordnung.

Duisburg. Dass der DBV-Aufsichtsrat seine Geschäftsführerin Marianne Wolf-Kröger lieber heute als morgen los wäre, ist lange bekannt. Doch diese Personalie hat er nicht zu entscheiden. Für die Abberufung ist der Gebag-Aufsichtsrat als „Mutter“ zuständig. Bisher scheiterte die Forderung an der Mehrheit des Gebag-Aufsichtsrats. Nun wird am kommenden Montag in der nächsten Sitzung des Gremiums die Sache unter der Überschrift „Geschäftsführung DBV“ erneut verhandelt.

Aus dem Umfeld des Unternehmens ist zu hören, das die Mehrheit aus CDU und Arbeitnehmervertretern, die bisher ihre schützende Hand über Marianne Wolf-Kröger gehalten hat, auch diesmal zusammen stehen will, um die umstrittene Geschäftsführerin zu schützen.

Nach Informationen der NRZ soll der Gebag-Aufsichtsrat zugleich am Montag darüber entscheiden, ob Marianne Wolf-Kröger für ihre Leistungen bei der Gebag im vergangenen Jahr einen Bonus in Höhe von 20 000 Euro erhalten soll. Der Bonus soll Bestandteil einer Zielvereinbarung sein, die in keinem Zusammenhang mit den umstrittenen Projekten steht. Gleichzeitig soll die Geschäftsführerin wiederum mit Hilfe eines Anwalts über ihre Vertragsauflösung und den damit verbundenen „goldenen Handschlag“ verhandeln.

Gebag-Doppelspitze soll den Hut nehmen

Denn die Gebag-Doppelspitze, bestehend aus Dietmar Cremer und Wolf-Kröger, soll nach dem Desaster rund um die Küppersmühle und den geplatzten Verkauf des Theaters am Marientor zum Jahresende ihren Hut nehmen. Darauf hatten sich CDU und SPD wie berichtet verständigt. Der entsprechende Beschluss soll in der nächsten Ratssitzung am 12. Dezember gefasst werden. Dann soll auch endgültig die Entscheidung fallen, die Aktiengesellschaft in eine GmbH umzuwandeln.

Durch die neue Rechtsform werden Vorstand und Aufsichtsrat aufgelöst und müssen neu bestellt werden. Das gilt selbst für Sanierer Utz Brömmekamp von der Düsseldorfer Kanzlei „mbb consult“. Dass er während der Sanierungszeit das Gebag-Ruder steuert, ist unumstritten. Fraglich ist, wann der Rat ihm neue Geschäftsführer zur Seite stellt. Als heißer Kandidat auf CDU-Seite wird Udo Steinke gehandelt. Der Jurist und ehemalige CDU-Ratsherr ist bereits seit dem Vorjahr als Justiziar bei der Gebag tätig.

Post für die Geldgeber der Küppersmühle

Die Neustrukturierung und die Personaldebatte fallen genau in die Zeit, wo die Gebag das Küppersmühlen-Debakel lösen muss. Wie es mit dem Museums-Umbau weitergeht, hängt nach wie vor alleine von den Sponsoren ab. Die Familie Ströher sowie Evonik hatten verlässliche Zahlen eingefordert, was es endgültig kosten wird, einen neuen Stahlkubus aufs Museumsdach zu hieven. Dazu werden sie in Kürze Post erhalten: Die Gebag hat ihnen gestern die drei Angebote von Unternehmen zugeschickt, die sich als Generalübernehmer für die Fertigstellung beworben haben. Die Angebote sind extern geprüft worden und bewegen um sich die 30 Millionen Euro. Als Alternative ist weiterhin auch die preisgünstigere Einzelvergabe von Aufträgen im Gespräch. Ob die Gebag aber Bauherr und damit am Risiko kleben bleibt, oder die Sponsoren den Bau in Eigenregie vollenden, liegt ebenfalls in der Macht derer, die das Geld für das Projekt mitbringen.