Friedrich-Park wird grüne Lunge in Duisburgs Norden

Der Friedrich-Park (Mitte) in der Computer-Animation, unten die A 59-Autobahn, Richtung Westen Thyssen-Krupp Schwelgernam Rhein
Der Friedrich-Park (Mitte) in der Computer-Animation, unten die A 59-Autobahn, Richtung Westen Thyssen-Krupp Schwelgernam Rhein
Foto: Stadt Duisburg
  • Stadt und Thyssen-Krupp wollen altes Zechengelände entwickeln, das seit 40 Jahren brach liegt
  • Geplant sind ein Gewerbepark und Grünanlagen zwischen Walsum und Fahrn
  • Auch der erste Bauabschnitt der Querspange von der A 59 nach Walsum wird dadurch möglich

Duisburg..  40 Jahre lag sie brach: die Zechenfläche „Friedrich Thyssen“ Schacht 2/5 zwischen Marxloh und Fahrn. Jetzt wollen die Stadt und Thyssen-Krupp das 25 Hektar große Gelände nördlich der Merkez-Moschee zum „Friedrich-Park“ entwickeln. Er soll begehbare grüne Lunge und Gewerbepark werden und möglich machen, was schon lange geplant ist: der Start zur Querspange von der Ausfahrt der Autobahn 59 nach Walsum.

„Jetzt geht es endlich voran“, unterstrich Oberbürgermeister Sören Link am Mittwoch die Bedeutung dieses „zukunftsweisenden Großprojektes“ im Duisburger Norden. Exakt 40 Jahre ist es her, dass die Thyssen-Zeche 1976 stillgelegt wurde. Es gab Pläne, aber nichts passierte seitdem. Hinter Mauern und Zäunen sprießt es – nicht mehr. Jetzt haben Thyssen-Krupp als Eigentümerin und die Stadt die konkreten Entwicklungspläne in Angriff genommen. Neue Dynamik brachten die Logport-VI-Pläne des Hafens für das Gelände des geschlossenen Walsumer Papierwerks, die eine gute verkehrliche Anbindung brauchen – besagte Querspange eben.

Querspange von der A 59

„Wir haben jetzt endlich die Möglichkeit, den ersten Teilabschnitt der Querspange Hamborn/Walsum zu realisieren, weitere Gewerbeflächen zu erschließen und neue Naherholungsgebiete für den Duisburg Norden bereitzustellen“, skizierte Link die drei wichtigsten Funktionen des neuen Friedrich-Parks. Bis Mitte 2018 soll es Planungsrecht für die 25 Hektar geben. Dazu werden parallel die Förderanträge für die neue Verkehrs-Trasse an das Land vorbereitet, zu denen es laut Link schon positive Signale von NRW-Verkehrsminister Michael Groschek gibt.

Bereits am 14. November soll es eine Bürgerinformationen zu den Plänen für das Gelände geben. Vor 2021/22 werden aber wohl keine Bagger rollen

Erste Entwürfe präsentierte Planungsamtschef Hendrik Trappmann im Rathaus. Danach soll es im Zentrum der Brache ein Gewerbegebiet von rund sechs Hektar für kleinere und mittlere, nicht störbelastende Unternehmen geben. Um die vier angedachten Firmenparzellen herum sollen gestaltete Grün- und Parkflächen angelegt werden. Am südlichen Rand wird ein bewachsener Wall aufgehäuft und im westlichen Zipfel findet die auf dem Areal beheimatete Heidelerche ihr geschütztes und zur Brutzeit abgesperrtes Refugium. Wichtig: Fuß- und Radwege führen durch den Friedrich-Park und sollen so die Wohnquartiere miteinander verbinden.

Aufwertung der Region durch die „grüne Lunge“

„Durch die grüne Lunge wird der Bereich deutlich und dauerhaft aufgewertet“, erklärte TKSE-Arbeitsdirektor Thomas Schlenz. Die Stadt wird das Gewerbe-Areal von Thyssen-Krupp kaufen und über die Wirtschaftsförderungsgesellschaft entwickeln. Thyssen-Krupp will sich an den Kosten der Grünflächen-Gestaltung beteiligen.

„Das Projekt tritt in die Fußstapfen des Grüngürtels Bruckhausen“, lobte der OB die Zusammenarbeit mit Thyssen-Krupp. Nachhaltige Verkehrsentlastungen für die Anwohner erhofft sich Link zudem vom ersten Bauabschnitt der Querspange von der Autobahn bis zur Weseler Straße, die in ein bis zwei weiteren Teilstücken bis nach Walsum weiter geführt werden soll.

Einst die größte Zeche des Ruhrgebiets

Die „Zeche Friedrich Thyssen“, benannt nach dem Vater des Industriellen August Thyssen, ging hervor aus der Gewerkschaft Deutscher Kaiser. Sie war zeitweise die größte Zeche im Ruhrgebiet. Der Schacht 2/5 wurde vom 2. Januar 1896 bis zum 15. Dezember 1976 betrieben. In dieser Zeit wurden insgesamt über 91 Millionen Tonnen Steinkohle abgebaut. Das qualitativ hochwertige „schwarze Gold“ aus der Hamborner Erde wurde im Wesentlichen zu Koks verarbeitet, mit dessen Hilfe die Stahlkocher in den Hochöfen bei Thyssen Roheisen produzierten.

Von den Schachtanlagen der Zeche Friedrich Thyssen ist fast nichts mehr erhalten. Lediglich das Schachtgerüst Friedrich Thyssen 6 ist als Industriedenkmal noch übrig geblieben. Auf dem Gelände der Kokerei Thyssen 4/8 hat sich 2005 – nach zuvor jahrzehntelangem Brachliegen – Ikea angesiedelt. Das Gelände der Zeche 4/8 liegt weiterhin brach.

 

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