Friedensdorf-Leiter verurteilt Vorgänge am Roma-Haus

Ein rechter Mob bedroht die Bewohner vor und in ihrem Haus In den Peschen. Bürger und Sozialarbeiter halten deshalb Nachtwache.
Ein rechter Mob bedroht die Bewohner vor und in ihrem Haus In den Peschen. Bürger und Sozialarbeiter halten deshalb Nachtwache.
Foto: WAZ FotoPool

Duisburg. Thomas Jacobs, Leiter des Friedensdorfes, das seit über 20 Jahren auch in Rumänien aktiv ist, hat die Fremdenfeindlichkeit gegen Roma in dem Haus In den Peschen scharf kritisiert. „Ich bin sowohl als Leiter des Friedensdorfes als auch persönlich als gebürtiger Duisburger und Rheinhauser empört über das, was sich quasi vor meiner Haustür abspielt.“

Es sei völlig inakzeptabel, dass den dort lebenden Roma mit dem Hitlergruß begegnet werde, die Fassaden mit ausländerfeindlichen Sprüchen beschmiert und gar Gewalt angedroht werde, betont Jacobs.

Ein friedliches Miteinander sei „nicht selten ein gutes Stück Arbeit“, das von allen Beteiligten Offenheit und Respekt verlange und die Bereitschaft zur verbalen Auseinandersetzung. „Es bringt nichts, schwelende Konflikte totzuschweigen. Man muss die Dinge beim Namen nennen und miteinander in Kontakt treten“, sagt Jacobs.

Für die Situation in Rheinhausen bedeute dies, dass sowohl die Seite der Roma ernst genommen werden müsse als auch die der Anwohner, welche sich durch Müll, Lärm und „Klau-Kids“ gestört fühlten. Jacobs: „Nachvollziehbare Reaktionen, die dennoch nicht zu dem führen dürfen, was geschehen ist und noch geschehen wird, nämlich alle Roma über einen Kamm zu scheren und rassistische Argumente als vermeintliche Erklärung zu bemühen.“