Frauen kämpfen mit Rosen und Rabatz im Regen

Foto: STEPHAN GLAGLA / WAZ FotoPool

„Frauen sind die Hälfte des Himmels, her mit dem ganzen Leben“ steht auf einem Transparent. „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ auf einem anderen. Am Samstag versammeln sich Frauen verschiedener Verbände und Gruppen vor dem Forum in der Innenstadt, um mit Infoständen, Musik und Tanz, Theater, Pfeifen und Trommeln den insgesamt 102. Internationalen Frauentag öffentlich zu feiern.

Nähzeug ist für Männer

Von den Ständen tropft das Wasser. Irene Bittel vom Frauenverband Courage und Nina Dusper vom Verdi-Frauenrat sind sich einig: „Was sind wir froh, dass der Wettergott ein Mann ist“, sagen sie zur Begrüßung und verschieben die geplante Demonstration auf später: „Stellt euch unter und macht einfach erst mal an den Ständen ordentlich Rabatz“, fordern sie auf.

Christine Trent vom evangelischen Frauenhaus Duisburg sammelt Unterschriften für eine bedarfsgerechte und verlässliche Finanzierung aller Frauenhäuser. „Die ewigen Probleme mit der ungesicherten Kostenübernahme belasten unsere Arbeit“, berichtet sie. „Der Schutz vor Gewalt muss eine staatliche Pflichtaufgabe sein.“

Eine der Gewerkschafterinnen schnappt sich einen Arm voller Rosen:„Ich gehe die jetzt im Forum verteilen, mehr als rausschmeißen können die mich ja nicht. Da arbeiten eine Menge Kolleginnen von uns.“ Auch die Frauenratsvorsitzende Reingard Kirkhouse verteilt Rosen und Kugelschreiber an die Passantinnen. „Die Rosen sind aus regionaler Zucht“, sagt sie, „ich wollte keine haben, die aus Afrika eingeflogen wurden.“ Ein älterer Herr hätte gerne einen Kugelschreiber. „Die sind heute nur für die Frauen, für die Männer ist das Reise-Nähzeug vorgesehen“, erklärt Kirkhouse. „Dann schicke ich eben meine Frau her“, sagt er. Kirkhouse lächelt strahlend. „Das ist eine gute Idee“, antwortet sie. „Wir kämpfen gemeinsam für eine bessere Kinderbetreuung, für eine höhere Anrechnung von Erziehungszeiten auf die Rente, für die Schließung der Lohnlücke zwischen Männern und Frauen. Wir bekämpfen Gewalt und Unrecht gegen Frauen auf der ganzen Welt“, schallt es über den Platz. Und viele Passanten hören trotz des Regens zu.

 
 

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